Melat Kejeta trainiert im „Home of Champions“ in Kenia

Große Hoffnungen verbindet Melat Kejeta mit dem Jahr 2021. Die deutsche Rekordhalterin im Halbmarathon möchte bei den Olympischen Spielen in Japan um eine Medaille im Marathon kämpfen. Doch zunächst bereitet sich die Spitzenathletin für kommende Wettbewerbe mit einem Höhentraining in Kenia vor. Das Höhentraining wird von Sponsor IMMOVATION AG gefördert.

Gerne wäre Melat Kejeta schon im Dezember 2020 beim Halbmarathon-Wettkampf in der spanischen Metropole Valencia gestartet. Hier hätte sich eine Gelegenheit geboten, ihren grandiosen Erfolg vom Oktober 2020 bei der Halbmarathon Weltmeisterschaft im polnischen Gdynia fortzusetzen. Mit ihrer Zeit von 1:05:18 Stunden errang sie bei der WM nicht nur die Silbermedaille, sie unterbot auch den deutschen Rekord von Uta Pippig aus dem Jahr 1995 (1:07:58 min) und stellte einen Europarekord für reine Frauenrennen auf. Doch es kam anders: Ein positiver Corona-Test nach ihrer Rückkehr aus Gdynia sorgte erst einmal für eine Wettkampfpause. Auch wenn die zweiwöchige Quarantäne längst vorbei war, hätte ein Start in Valencia ein zu großes gesundheitliches Risiko bedeutet. Die Teilnahme hätte, laut Winfried Aufenanger, ihrem langjährigen Trainer vom Laufteam Kassel, ihre ambitionierten Ziele für 2021 gefährden können. Vor einem neuen Rennen wolle man sichergehen, dass Kejeta wieder in Topform ist.

Höhentraining hat sich bewährt

Das Training in großer Höhe steigert die Leistungsfähigkeit von Sportlern besonders effektiv. Der Körper passt sich an das geringere Sauerstoffangebot in großer Höhe an. Er produziert mehr rote Blutkörperchen und transportiert den benötigten Sauerstoff schneller in die Muskulatur. Vor ihrem Weltmeisterschaftslauf in Polen trainierte Kejeta in St. Moritz in der Schweiz. Sponsor Lars Bergmann ist nach ihrem großartigen Erfolg bei diesem Lauf überzeugt, dass ein weiteres Höhentraining die beste Vorbereitung für die kommenden Wettkämpfe bietet: „Mit der Unterstützung des Höhentrainings in Kenia möchten wir Melat Kejeta erneut die Trainingsbedingungen bereitstellen, die es ihr ermöglichen auch im Jahr 2021 zu zeigen, dass sie zu den Spitzenathletinnen des internationalen Laufsports zählt.“

Training im „Home of Champions“

“No pain, no gain”. I can again train in such beautiful place like Iten!
(Melat bei instagram)

Seit Mitte Dezember ist Melat Kejeta in Iten – dem „Home of Champions“. Die Stadt in rund 2.400 Metern Höhe ist unter Leichtathleten seit Jahrzehnten ein bevorzugtes Trainingsziel. Hier bereiten sich Goldmedaillengewinner auf Weltmeisterschaften und Olympische Spiele vor. Iten wurde in 2019 für seinen „herausragenden Beitrag zur weltweiten Geschichte und Entwicklung der Leichtathletik“ durch den Weltleichtathletikverband (IAAF) ausgezeichnet (Wikipedia). 

Winfried Aufenanger, ehemaliger Marathon-Bundestrainer, begleitet Kejetas Training im Hochland Kenias intensiv mit regelmäßigen Kontakten. Wie für viele Läufer ist es auch für Kejeta von Bedeutung, die richtigen Partner zu finden, mit denen sie gemeinsam trainieren kann. Gleich zu Anfang des Aufenthalts im Dezember hat sie sich einer Läufergruppe aus Deutschland anschließen können. Sie ist jedoch inzwischen nicht mehr vor Ort. Aktuell nutzt Kejeta ihre Kontakte, um neue Trainingspartner zu finden.

Das nächste Ziel von Melat Kejeta: Halbmarathon in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Die Gelegenheiten, sich bei einem Rennen zu messen, sind wegen der Corona-Pandemie sehr rar geworden. Als Motivation beim Training in Kenia hat Melat Kejeta das nächste Ziel daher fest im Blick: Das Halbmarathon in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Ras Al Khaimah (RAK) am 19. Februar 2021. Ob das bisher regelmäßig hochkarätig besetzte Teilnehmerfeld des RAK-Halbmarathon auch in diesem Jahr wie geplant an den Start gehen kann, ist jedoch noch offen, so Trainer Aufenanger. Sponsor Lars Bergmann ist jedoch optimistisch: „Obwohl bereits viele Veranstaltungen abgesagt oder in den Herbst 2021 verschoben wurden, bleibt das Emirat bisher offenbar bei seiner Terminplanung für den Februar. Sollten es die gesundheitlichen Rahmenbedingungen zulassen, wäre es eine große Freude, wenn Melat sich nach längerer Zeit ohne Wettkampf wieder mit den Besten messen kann.“


Update: +++ Halbmarathon in Ras Al Khaimah abgesagt: Auch drei deutsche Top-Läufer betroffen +++ 

“Der hochklassige Halbmarathon in Ras Al Khaimah findet aufgrund der Coronavirus-Pandemie am 19. Februar nicht statt. Dies gaben die Veranstalter des Rennens in den Vereinigten Arabischen Emiraten bekannt. Neben zahlreichen Weltklasseläufern sind auch drei deutsche Topathleten betroffen: Amanal Petros (TV Wattenscheid), Melat Kejeta (Laufteam Kassel) und Alina Reh (SCC Events Pro Team Berlin) können nicht auf der schnellen Strecke in Ras Al Khaimah laufen.” 

Quelle: www.laufen.de


Erholung in Deutschland

Das Training in Kenia will Kejeta voraussichtlich bis Mitte Februar fortführen. Anschließend ist geplant für zwei bis drei Wochen nach Deutschland zurückzukehren. Dann kann die Athletin auch endlich wieder ihren Ehemann Rafael in Baunatal bei Kassel begrüßen, bevor sie nochmals zum Höhentraining nach Iten reisen wird.

Planung für Olympia 2021 in Tokio mit Fragezeichen

Wie die weitere Planung für Olympia aussehen wird, ist noch ungewiss. Die Infektionszahlen steigen derzeit auch in Japan. Für den Großraum Tokio soll im Januar sogar der Ausnahmezustand ausgerufen werden. Ungeachtet dieser Entwicklungen will Japan die Vorbereitungen zur Ausrichtung der Olympischen Spiele im Sommer in Tokio fortsetzen. („Trotz Corona: Olympische Spiele in Tokio um jeden Preis“, Frankfurter Rundschau, 06.01.2021)

Melat Kejeta ist optimistisch, dass die Olympischen Spiele in diesem Sommer endlich stattfinden werden. Sie will sich bestmöglich auf die Rennen und die Teilnahme an den Spielen vorbereiten. IMMOVATION-Vorstand Lars Bergmann will sie dabei wie bisher unterstützen. Das Unternehmen fördert die Athletin des Laufteams Kassel e.V. seit dem Jahr 2018.


Bildquellen:

  • Melat Kejeta, Höhentraining in Kenia: Melat Kejeta, im Hintergrund: ©Image licensed by Ingram Image/adpic