Sensation bei der Halbmarathon-WM: Melat Kejeta gewinnt Silber

Unglaublich! Bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften am 17.10.2020 in Gdynia (Polen) holt Melat Kejeta im Trikot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes Silber und bricht den 25 Jahre alten deutschen Rekord von Uta Pippig.

Das kann man mit Fug und Recht eine Sensation nennen: Melat Kejeta holt mit sagenhaften 1:05:18 h den Vize-Weltmeister-Titel. Damit verbesserte sie den deutschen Rekord von Uta Pippig aus dem Jahr 1995 (1:07:58 min) um mehr als zweieinhalb Minuten. Melat kam nur zwei Sekunden nach der neuen Weltmeisterin Peres Jepchirchir ins Ziel. Die Kenianerin stellte mit 1:05:16 h einen Weltrekord für reine Frauenrennen auf. Melat Kejata ist damit die erste Europäerin seit 2008, die es bei Halbmarathon-Weltmeisterschaften auf das Podium schafft.

Trainer Winfried Aufenanger hatte vor einem Monat – nachdem Melat in überzeugender Manier den “Frankfurt Half Marathon Invitational” gewonnen hatte – eine vorsichtige Prognose für die WM in Polen gewagt: „Eine Platzierung in den Top 15 ist möglich, wobei man natürlich noch abwarten muss, wer letztendlich am Start steht. Mittelfristig ist der deutsche Rekord (67:58 Min) ein Ziel.“ Sponsor IMMOVATION AG hatte zuvor ein Höhentraining in St. Moritz für Melat Kejeta gefördert: „Mit der Unterstützung des Höhentrainings wollten wir Melat Kejeta die Rahmenbedingungen geben, die es ihr ermöglichen, ihr Talent und ihre Leistungsfähigkeit optimal zu entfalten.“ Die richtige Maßnahme: Mit dem heutigen Ergebnis hat Melat nicht nur den 25 Jahre alten deutschen Rekord von Uta Pippig, sondern auch ihre eigene Bestmarke um mehr als drei Minuten pulverisiert.

DLV-Bundestrainerin: Das war “absolute Weltspitze”

Kejeta hatte das Aufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) angeführt. Sie lief während des gesamten Rennens stets in der Spitzengruppe. Auf den letzten Kilometern setzte sie sich mit Titelgewinnerin Jepchirchir und der Äthiopierin Yalemzerf Yehualaw vom restlichen Feld ab. Am Ende entschied ein Sprintfinale. DLV-Bundestrainerin Marathon Katrin Dörre-Heinig war von der Leistung von Melat Kejeta im Anschluss begeistert: „1:05:18 h, das ist eine Hausnummer und absolute Weltspitze. Besser hätte es gar nicht laufen können. Ich fand vor allem den Mut beeindruckend, von Anfang an dieses hohe Tempo mitzugehen. Hut ab, sie hat alles richtig gemacht!” 

Auch Uta Pippig zeigte sich beeindruckt! „Das hast Du super gemacht! Ein Mega-Lauf!“, postete die frühere Weltklasseläuferin auf Instagram. 

Deutsche Mannschaft mit starker Team-Leistung zur Bronze-Medaille

In der Team-Wertung kam das deutsche Team Rang auf drei. Neben Melat Kejeta zeigten auch die anderen deutschen Läuferinnen starke Leistungen: So lief Laura Hottenrott (TV Wattenscheid 01) in 1:10:49 h neue persönliche Bestzeit und belegte damit als zweitbeste Deutsche Platz 26. Überzeugen konnten auch Rabea Schöneborn (LG Nord Berlin; 1:12:35 Std) und Deborah Schöneborn (LG Nord Berlin; 1:12:39 Std.). Die Deutsche Meisterin im Marathon aus dem Jahr 2018 Fabienne Königstein (MTG Mannheim) lief nach 1:17:03 h ins Ziel.

Im Beitragsbild oben: Laura Hottenrott, Melat Kejeta, Rabea und Deborah Schöneborn, Fabienne Königstein. Im Hintergrund die Gdynia City Flag. (Bild: Fabienne Königstein)

Melat Kejeta holt zwei weitere Rekorde!

Aber das ist noch nicht alles: Quasi “nebenbei” brach Melat Kejeta mit einer Zwischenzeit von 30:47 Minuten auch noch den deutschen 10-Kilometer-Rekord! Und darüber hinaus stellte sie mit 1:05:18 h einen Europarekord für reine Frauenrennen auf, die alte Bestmarke lag bei 1:06:25 h. Lars Bergmann, Vorstand der IMMOVATION AG, ist ob dieser Rekordflut begeistert: “Vizeweltmeisterin, Bronze mit dem Team, zweimal Deutscher Rekord und ein Europa Rekord. Unglaublich! Wir alle wissen ja, was in Melat steckt. Aber dass sie in diesem schwierigen Jahr so einen großartigen Erfolg feiern kann, freut mich besonders.”

Und was sagt Melat selbst? Dem Onlineportal „leichtathletik.de“ gegenüber sagte sie in einem ersten Statement: „Ich bin sehr glücklich und freue mich über diese gute Leistung. Klar, ich wollte mein Bestes geben, aber mit diesem Ergebnis hätte ich nicht gerechnet.“ Und auf instagram bedankte “melat_kejeta” sich für die Unterstützung der IMMOVATION AG: “Vielen Dank @immovation_laufen, ohne eure Hilfe wäre das wahrscheinlich nicht passiert.”


Bildquellen:

  • Melat Kejeta führte das DLV-Team in Gdynia an!: Teambild: Fabienne Königstein; Hintergrundbild ©Image licensed by Ingram Image/adpic