Bräuche beim Hausbau – Teil 4 Brot und Salz

In dieser kleinen Serie wollen wir Ihnen einige alte, traditionelle Bräuche rund um den Hausbau vorstellen. Manche dieser Bräuche haben ihren Ursprung bereits im Mittelalter oder gar früher. Dazu zählen auch noch heute die Grundsteinlegung, der Spatenstich, das Richtfest, Brot und Salz und auch das Aufstellen eines Baumes.

Brot und SalzEin alter Brauch: Zum Einzug in die neue Wohnung schenkt man gerne Brot und Salz. Fast jeder kennt diese Tradition. Woher aber kommt sie? Welche Symbolik ist damit verbunden?

Vermutlich hat der Brauch auch christliche Wurzeln. In der Bibel liest man zum Beispiel: “Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.” Und auch zum Thema Salz finden sich in der Bibel Textstellen, zum Beispiel “Ihr seid das Salz der Erde”.

Brot und Salz eignen sich zu Symbolen, weil sie vermutlich neben Wasser lange als die grundlegenden Nahrungsmittel überhaupt galten. Salz galt einst als weißes Gold! Ob arm oder reich: Brot und Salz sollten eigentlich in keinem Haushalt fehlen. Sie galten als Geschenke des Himmels: Das tägliche Brot und das Salz in der Suppe. Um Brot und Salz wurde gebetet; sie zu haben, galt als Glück und Segen. Denn vielen Regionen, in denen ihre Beschaffung mit großen Mühen und hohen Kosten verbunden war, hatten beide etwas ganz besonderes und Wertvolles an sich. Sie waren auch ein kleines Stück Luxus.

Ein Geschenk rund um Haus und Familie

In unseren Breitengraden ist das heute alles selbstverständlich. Die Wurzel des Brauchs sind daher nahezu vergessen. Aber die Schönheit dieser Geste ist geblieben. Zwar schenkt man Brot und Salz oft zum Einzug, doch es gibt weitere passende Anlässe – rund um Familie und Haus: Etwa zur Hochzeit, um das dauerhafte Bündnis des Paars zu betonen. Oder wenn der Nachwuchs kommt, wie es in Norddeutschland noch heute üblich ist. Manchmal auch zum Schutz des Hauses: In Siebenbürgen sollten Brot und Salz Wetterdämonen bannen. Und die Gäste wurden oftmals mit Brot und Salz als Zeichen der Gastfreundschaft willkommen geheißen.

Früher wurde das Geschenk mit einem kleinen Vers überreicht: Heute kennen ihn viele nur in der scherzhaften Form vom Stammtisch: “Hopfen und Malz, Gott erhalt’s.” Doch eigentlich heißt es: “Brot und Salz, Gott erhalt’s.”

In der nächsten Folge geht es um das Aufstellen eines Baumes.

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  • Brot und Salz: © IMMOVATION AG