Mehrheit der Deutschen sagt: Finanzthemen gehören auf den Lehrplan

Branchen-News — By on 15. August 2013 09:13

Das ökonomische Wissen der Deutschen ist lückenhaft (HIER). In einem repräsentativen Test, der basale Tatsachen und einfache Zusammenhänge abfragte, zeigten sich schwerwiegende Defizite bei den Befragten. Zudem: Gut die Hälfte der Deutschen schätzt das eigene Finanzwissen als gering ein, das ergab eine Befragung (HIER). Es überrascht daher nicht, dass die Forderung nach einem entsprechenden Schulfach immer lauter werden.

Eine aktuelle Studie „comdirect Wertpapierradar Deutschland“ liefert hierzu weitere Zahlen:

Zwei Drittel wollen Schulfach „Geld und Finanzen“

Die Mehrheit der Deutschen (64%) findet es sinnvoll, ein verbindliches Schulfach „Geld und Finanzen“ einzuführen.  Der Bildungsgrad der Befragten spielt dabei kaum eine Rolle. Egal, ob die Befragten einen Hauptschulabschluss oder ein Studium absolviert hatten, fast zwei Drittel stimmten der Einführung eines verbindlichen Unterrichtsfachs zu.

Interessant: Je älter die Befragten waren, desto wichtiger finden sie Finanzthemen auf dem Lehrplan: „Nur“ 58% der 18-29-Jährigen fordern  ein Schulfach „Geld und Finanzen“. Bei den  über 60-Jährigen sind es fast drei Viertel (72%). Die Zahl der „Ablehner“ ist demgegenüber gering: Nur 8%.

Ökonomisches Wissen so wichtig wie Fremdsprachen

„Das nötige Wissen zu Themen wie Geldanlage, Finanzierung oder Vorsorge ist im Leben ähnlich wichtig wie das Lernen von Fremdsprachen, wird aber leider den meisten Menschen nie vermittelt“, sagt Daniel Schneider (Comdirect).

Zwar finden sich zum Beispiel im Internet mittlerweile detaillierte Informationen zu Geldanlagen, so Schneider weiter; vielen Menschen fehlen jedoch schlicht die Wissens-Grundlagen, um das Angebot nachzuvollziehen. Finanzbildung sollte deshalb schon in der Schule starten. Dann würden mehr Anleger verstehen, wie wichtig es ist, ihr Vermögen frühzeitig, langfristig und mit der richtigen Strategie aufzubauen.

Über die Studie: Für die repräsentative Studie befragte das Marktforschungsinstitut Toluna im Auftrag von Comdirect im Dezember 2012 2.960 Personen ab 18 Jahren.


Update: Untersuchung der ING-DiBa kommt zu ähnlichen Ergebnissen

Laut Studie geben in Deutschland 53% der Bevölkerung an, keine Finanzbildung zu haben; das sind 35 Millionen Deutsche, die sich selbst als finanzielle Analphabeten betrachten. Deutschland führt (mit Spanien) diese unrühmliche Rangliste an.

78% sind der Ansicht, dass Finanzen auf den Stundenplan gehören. Nur 18% der Deutschen haben in der Schule einen finanzielle Bildung genossen. Mit anderen Worten: Damit haben 60%  aller Erwachsenen in Deutschland (40 Mio) keine Finanzbildung in der Schule bekommen, obwohl sie es für wünschenswert erachten.

Quelle: www.ing-diba.de

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