Guter Zeitpunkt für Zinsabschläge

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Zinskommentar der Dr. Klein Privatkunden AG

Nachdem die Bauzinsen kurz vor dem Jahreswechsel aufwärtsstrebten, gaben sie im Januar wieder nach und ermöglichen aktuell günstigere Finanzierungsangebote. Wovon Kaufinteressierte derzeit noch profitieren können, wie sich die Zinsen aller Voraussicht nach weiterentwickeln und was vom Entscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) zu erwarten ist – dazu Florian Pfaffinger (Mitglied Expertenrat Dr. Klein).

Erst rauf, dann runter – der Bauzins in den vergangenen Wochen

Als die Bauzinsen Ende 2025 geringfügig zulegten, war dies bereits ein Teil des leichten Zinsanstiegs, den Experten für das erste Halbjahr 2026 vorhergesagt hatten. An der seit Monaten anhaltenden Seitwärtstendenz rüttelte die Bewegung jedoch nicht. Vielmehr gaben die Bauzinsen mit Jahresbeginn wieder nach. „Wir sehen in den vergangenen Wochen eine leichte Entspannung“, sagt Florian Pfaffinger und erklärt: „Viele Banken werben aktuell mit Sonderaktionen, die zum Teil Zinsabschläge von bis zu 0,2 Prozent versprechen. Das bedeutet bei einer Finanzierung womöglich mehrere tausend Euro Ersparnis. Jetzt Nägel mit Köpfen zu machen, kann sich also lohnen.“ Der repräsentative Zins von Dr. Klein für eine 10-jährige Baufinanzierung beträgt aktuell 3,31 Prozent (Stand: 2.2.2026).

Seitwärts mit kleinen Ausschlägen – Bauzinsentwicklung in den kommenden Wochen

Für den weiteren Quartalsverlauf erwartet Pfaffinger stabile Bauzinsen mit maximal leichten Schwankungen. Gründe hierfür seien die aktuell beständigen Wirtschaftsdaten sowie die Tatsache, dass der Markt mit einem leichten Konjunkturaufschwung in der Eurozone und in Deutschland rechne. Beides zusammen ergibt ein Zinsumfeld, das wenig Spielraum für Überraschungen bietet. „Der Zinsmarkt liebt Berechenbarkeit – und genau die bekommt er derzeit“, erklärt Pfaffinger. „Die stabile Lage wiederum führt zu einem verstärkten Wettbewerb unter den Banken, weshalb ein Anbietervergleich für Kaufinteressierte momentan besonders ratsam ist.“

Zinspause erwartet – kein Handlungsdruck für die EZB

Die Finanzmärkte rechnen derzeit nicht mit einer Zinssenkung seitens der Europäischen Zentralbank. Das sieht auch Pfaffinger so: „Es besteht aktuell kein Grund für einen Zinsschritt. Denn weder die stabilen Konjunkturdaten noch die zum Ende des vergangenen Jahres gesunkene Inflation geben den Währungshütenden Anlass, hektisch zu werden.“ Im Dezember 2025 war die Teuerungsrate im Euroraum laut Eurostat auf 1,9 Prozent. In Deutschland auf 2,0 Prozent gesunken und lag damit im Zielbereich der EZB. Wenngleich Eurostat die Januar-Daten noch nicht gemeldet hat, geht das Statistische Bundesamt für Deutschland vorläufig von einer Inflation von 2,1 Prozent im ersten Kalendermonat des Jahres aus.

Doch auch andere Faktoren gilt es für die Notenbank im Blick zu behalten: „Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich der Kurs der Währungshütenden in den kommenden Monaten entwickeln wird“, so der Zinsexperte. „Die geopolitischen Unsicherheiten, insbesondere die Unruhe, die von Donald Trumps Politik ausgeht, könnten das Handeln der EZB nachhaltig beeinflussen.“

Tendenz Baufinanzierungszinsen

Kurzfristig: Seitwärtsbewegung mit leichten Schwankungen
Mittelfristig: Seitwärtsbewegung mit leichter Aufwärtstendenz


Presse Dr. Klein vom Februar 2026

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  • Dr. Klein Zinskommentar: © Image licensed by Ingram Image/adpic