Immobilienpreise vor neuem Rekord

Immobilienpreise – Höchststände wie zu Boomzeiten könnten schon 2026 wieder erreicht werden

  • Angebotspreise für Wohneigentum steigen im 4. Quartal bundesweit weiter. Eigentumswohnungen verteuern sich um 1,3 Prozent, Einfamilienhäuser um 0,5 Prozent
  • Jahresanalyse 2025: Kaufpreise von Wohnungen stiegen um 4,6 Prozent zu, Häuser um 2,0 Prozent
  • Ausblick: Setzt sich die aktuelle Dynamik so fort, könnte 2026 bereits ein neuer Höchststand erreicht werden

Der deutsche Immobilienmarkt setzt seine Erholung fort und könnte 2026 sogar auf neue Preishöchststände zusteuern. Im 4. Quartal 2025 stiegen die Angebotspreise für Wohneigentum bundesweit erneut moderat. Eigentumswohnungen im Bestand verteuerten sich zwischen Oktober und Dezember um 1,3 Prozent auf durchschnittlich 3.260 Euro pro Quadratmeter. Einfamilienhäuser um 0,5 Prozent auf 2.810 Euro. Auf Jahressicht legten die Wohnungspreise somit um 4,6 Prozent zu, Häuser um 2,0 Prozent.
Ein geringes Angebot, zu wenig Neubau und ein weiteres Bevölkerungswachstum in Ballungsräumen wird mit hoher Sicherheit auch 2026 die Nachfrage nach Immobilien hochhalten. Damit dürfte sich die aktuelle Entwicklung fortsetzen. Zwar liegt das Preisniveau weiterhin unter dem Höchststand von 2022, jedoch könnten bereits 2026 neue Rekordwerte erreicht werden.

„Der Immobilienmarkt hat 2025 insgesamt wieder an Stabilität gewonnen. Die Angebotspreise für Wohneigentum erhöhen sich moderat und konstant“, sagt Dr. Robert Wagner, (immowelt Geschäftsführer). „Die Preisrückgänge der Vorjahre gehören damit der Vergangenheit an und alle Marktteilnehmer haben sich mit den aktuellen Rahmenbedingungen arrangiert. Hält die derzeitige Entwicklung in dieser Form an, so steht zu erwarten, dass bereits im laufenden Jahr wieder das Preisniveau von 2022 erreicht werden könnte und somit die Höchststände zu Zeiten des Immobilienbooms.“

Großstädte: Wohnungen treiben die Preise, Häuser mit gemischtem Bild

Besonders deutlich zeigt sich die Preisdynamik bei Eigentumswohnungen. In 13 der 15 größten deutschen Städte stiegen die Angebotspreise für Bestandswohnungen im 4. Quartal. Besonders dynamisch entwickelten sich München (+2,1 Prozent auf 8.246 Euro pro Quadratmeter) und Hamburg (+2,2 Prozent auf 5.994 Euro). Auch Frankfurt am Main verzeichnete einen weiteren Anstieg (+1,2 Prozent). Lediglich 2 Städte zeigten in den vergangenen Monaten eine Entwicklung, die nicht dem Wachstumstrend entsprach. Während die Preise in Berlin stabil blieben, gaben sie in Köln leicht nach (-0,6 Prozent).

Der Markt für Einfamilienhäuser zeigt sich differenzierter. In hochpreisigen Städten wie München (-2,1 Prozent) und Stuttgart (-1,0 Prozent) sanken die Preise zuletzt. Angesichts tendenziell höherer Preise für Einfamilienhäuser im Gegensatz zu Wohnungen sowie meist höheren Modernisierungskosten können oder wollen Käufer in hochpreisigen Städten die geforderten Preise nicht bezahlen, sodass es zu kleineren Anpassungen kommt. Wo das Preisniveau aber im Vergleich aber niedriger ist, sorgt die anhaltende Nachfrage noch für einen Anstieg der Angebotspreise. Das ist in Nürnberg (+3,9 Prozent), Hannover (+3,6 Prozent) sowie Leipzig und Dortmund der Fall.

Ausblick: Steigende Preise könnten Markt 2026 neue Hochstände bringen

Es spricht vieles dafür, dass die aktuelle Entwicklung mit moderat steigenden Preisen sich 2026 am Immobilienmarkt fortsetzt. In vielen Ballungsregionen Deutschlands wird wohl auch im laufenden Jahr die Bevölkerung weiter wachsen. Das Angebot an Kaufimmobilien ist schon jetzt vielerorts geringer als die Nachfrage. Zudem wird zu wenig und zu langsam neugebaut. Durch steigende Mieten und ein ebenfalls zu geringes Angebot kann auch der Mietmarkt nur bedingt für Entlastung am Wohnungsmarkt sorgen.

Die Nachfrage nach Kaufimmobilien dürfte somit auch 2026 robust bleiben und die Preise von Immobilien stabilisieren. Setzt sich die aktuelle Entwicklung fort, könnte der Immobilienmarkt im Laufe des Jahres 2026 neue Höchststände erreichen. Nach den starken Preisrückgängen der vergangenen Jahre haben sich Käufer, Verkäufer und Finanzierer zunehmend auf die neuen Rahmenbedingungen eingestellt. Das sorgt für eine spürbare Stabilisierung des Marktes. Eine neuerliche Preisrally ist angesichts des weiterhin erhöhten Zinsniveaus zwar nicht zu erwarten, dennoch spricht vieles 2026 für ein moderates und breitenwirksames Preiswachstum.


Pressebericht immowelt vom 07. Januar 2026

Bildquellen:

  • Immowelt Preiskompass: ©Image licensed by Ingram Image/adpic