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Corona-Immobilien-Index: Bau- und Immobilienwirtschaft bisher ein Beispiel für Stabilität. Oberstes Gebot – aktuelle Entwicklung eng monitoren

  • Nur noch 18 Prozent der Baustellen laufen ohne Einschränkungen
  • Knapp 80 % sehen Verzögerung bei Baugenehmigungen
  • Digitalisierung in Behörden uneingeschränkt als wichtig eingeschätzt

Der zweite Corona-Immobilien-Index nach der Sommerpause zeigt in Kalenderwoche 47 deutliche Einschränkungen auf den Baustellen. Einbezogen wurden etwa 900 Experten aus der Bau- und Immobilienwirtschaft. Unter anderem wurde nach Corona-Fällen auf den Baustellen, aber auch der coronabedingten Situation in der öffentlichen Verwaltung und in den Behörden sowie zum Thema Digitalisierung gefragt. Mit 37,36 Grad wurde die höchste Temperatur nach der Sommerpause gemessen.

In KW 47 wurden bereits auf ca. einem Drittel (32 Prozent) aller Baustellen Corona-Fälle registriert. In der Vorwoche war dies nur bei 11 Prozent aller Baustellen der Fall.

Gefragt wurde, ob nach Meinung der Experten die öffentliche Verwaltung ausreichend auf einen länger andauernden Lockdown light eingestellt ist. Nur 12 Prozent bejahten dies, 88 Prozent antworteten mit einem klaren Nein.

Knapp 80 % sehen Verzögerung bei Baugenehmigungen

Ein differenzierteres Bild zeigt sich bezüglich der Einschätzung der Situation hinsichtlich der Erlangung von B-Plänen und Baugenehmigungen. Diese Frage wurde vor dem Hintergrund gestellt, dass Parteien und Gremien derzeit nicht oder nur eingeschränkt tagen können. Nur 22 Prozent der Befragten konnten keinen Verzug feststellen, 55 Prozent sehen einen leichten Verzug und 23 Prozent erhebliche Verzögerungen.

Digitalisierung in Behörden uneingeschränkt als wichtig eingeschätzt

Mit absoluter Einmütigkeit wurde die Frage beantwortet, ob eine weitergehende Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und der Behörden einen Mehrwert bedeuten würde. 100 Prozent sagten dazu ja.

Dr. Andreas Mattner (ZIA) sagt zur Bedeutung der Digitalisierung: „Der Wirtschaftsstandort Deutschland ist auf den verstärkten Ausbau seiner digitalen Infrastruktur angewiesen. Das gilt sowohl für Geschäftsprozesse innerhalb der Immobilienwirtschaft als auch für die Herausforderungen unserer Zeit – darunter das bezahlbare Bauen und Wohnen. Mit entscheidend ist dabei auch eine beschleunigte Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen rund um das Planen und Bauen, durch die Kosten- und Zeitersparnisse für den Bauherrn und perspektivisch eine höhere Effizienz im Personaleinsatz der bearbeitenden Behörde erreicht werden kann. Das Ziel muss die vollständige Einreichung des Bauantrages in elektronischer Form mit vollelektronischer Antragsbearbeitung sein. Eine intelligente Stadt lebt von einer digitalisierten Verwaltung, smarten Gebäuden und einer Immobilienwirtschaft, die selbst den Weg der digitalen Transformation eingeschlagen hat, um hierdurch auch die eigenen Prozesse zu optimieren.“

Moritz Koppe (emproc SYS): „Interessant finde ich die überwältigend positive Antwort auf den erhofften Effekt von Digitalisierungsmaßnahmen in Behörden und öffentlicher Verwaltung. Auch in der Immobilienwirtschaft selbst wäre ein Digitalisierungsschub wünschenswert.“

Stefan Stenzel (Cushman & Wakefield): „Die Lage auf den Baustellen, insbesondere die Personalsituation, wird angespannter, das zeigen alle Zahlen. Bislang ist die Bau- und Immobilienwirtschaft noch ein Beispiel für Stabilität. Dennoch ist es jetzt das oberste Gebot, die aktuelle Entwicklung in den Projekten eng zu monitoren, um kurzfristig auf Auswirkungen der Corona-Situation reagieren zu können.“

Die Fieberkurve des Corona-Immobilien-Index

Die Fieberkurve des Corona-Immobilien-Index liegt aktuell bei 37,36 Grad. Das ist ein Anstieg im Vergleich zur Vorwoche und erreicht das Niveau aus dem Beginn der Befragungen im April/Mai diesen Jahres. Der Corona-Immobilien-Index wird auf einer Skala von 36,5 – 41,5 Grad abgebildet. In Bezug auf die menschliche Körpertemperatur gibt der Index die Lage auf dem Immobilienmarkt an. Bei 36,5 Grad gibt es keine Beeinträchtigungen, alles ist in Ordnung. Nehmen die Probleme auf den Baustellen zu, steigt die Temperatur bis hin zum Fieber, maximal 41,5 Grad. Dann geht nichts mehr = kompletter Baustopp.

Mit Hilfe vieler teilnehmender Immobilienexperten und der Unterstützung namhafter Unternehmen und Institutionen aus dem Netzwerk baumonitoring.com wurden im Frühjahr einmal wöchentlich die aktuelle Situation deutscher Projektentwicklungen und die Auswirkungen der Coronakrise gemessen. Nach einer Sommerpause ist der Corona-Immobilien-Index seit der KW46 mit angepassten Fragestellungen wieder da.

Beteiligen an dem Survey können sich Marktakteure und Experten (Entwickler, Bauunternehmer, Projektmanager/Bauleiter, Banken/Investoren, Branchenteilnehmer), die Anmeldung erfolgt über die Website www.baumonitoring.com. Hier werden auch regelmäßig neue Ergebnisse des Corona-Immobilien-Index veröffentlicht.

Für die Erhebung in der KW 47 haben sich ca. 900 Teilnehmer aus den verschiedenen Immobiliensektoren für die wöchentliche Erhebung registriert und Auskunft über ihre Projektentwicklungen gegeben.


Quelle: Pressemitteilung baumonitoring.com

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Bildquellen:

  • Corona-Immobilien-Index: © Image licensed by Ingram Image/adpic