9. Corona-Immobilien-Index: Immobilienwirtschaft wirklich schon über den Berg?

  • Material-Engpässe für 92 Prozent kein Thema mehr
  • Personalprobleme jedoch noch nicht überwunden
  • Immobilienwirtschaft seit drei Wochen fieberfrei bei 36,8 Grad

In Woche neun seit Beginn der Untersuchungen des Corona-Immobilien-Index zeigt sich die Lage auf den Projektbaustellen insgesamt stabil. Beobachtet über den gesamten Monat Mai festigt sich dieses Bild. Vor vier Wochen zeigte das Thermometer noch 37,0 Grad, seitdem bleibt die Temperatur stabil bei 36,8 Grad, das bedeutet fieberfrei. In der aktuellen Untersuchung sehen bereits mehr als neun von zehn Unternehmen beim Materialnachschub überhaupt keine Probleme. Beim Personal sieht es nicht ganz so rosig aus. Die Situation schwankt. Auf den befragten Projektentwicklungsbaustellen sieht aktuell nur die Hälfte der Befragten keine personellen Engpässe, das sah in den letzten Wochen schon besser aus. Neu ist im Vergleich des gesamten Monats Mai auch, dass 8 Prozent durchaus mit mittleren Personalproblemen zu kämpfen haben. Das war in den ersten Maiwochen nicht mehr der Fall. Diese Daten vermittelt der aktuelle Corona-Immobilien-Index von baumonitoring.com, einem Netzwerk, in dem sich renommierte Unternehmen der Immobilienwirtschaft zusammengeschlossen haben.

50 % bei der Personalversorgung ohne Einschränkungen

Bei der Personalversorgung melden 50 Prozent (Vorwoche 56 Prozent) keinerlei Einschränkungen. 42 Prozent der Teilnehmer registrieren leichte Probleme durch Personalmangel (Vorwoche 44 Prozent). Jedoch haben 8 Prozent der Befragten nun wieder mittelstarke Sorgen bezüglich ihrer personellen Situation auf den Projektbaustellen. Das war seit Anfang Mai so nicht mehr zu beobachten. Starke Probleme oder Stillstand auf den Projektbaustellen, wie in den ersten Wochen nach dem Corona-Lockdown, kommen seit Anfang Mai nicht mehr vor.

Baustellen fast normal mit Material versorgt

Die Baustellen sind inzwischen fast normal mit dem notwendigen Material versorgt. In der aktuellen Erhebung nennen 92 Prozent der Teilnehmer keine Einschränkungen (Vorwoche 78 Prozent). Während in dieser Woche nur noch 8 Prozent der Befragten noch leichte Einschränkungen bei der Materialversorgung sehen, sagten dies in der Vorwoche 22 Prozent. Mittlere oder große Einschränkungen oder einen Baustillstand gibt seit Anfang Mai überhaupt nicht mehr.

Seit drei Wochen stabil bei 36,8 Grad

Die Fieberkurve des Corona-Immobilien-Index liegt seit drei Wochen stabil bei 36,8 Grad. Nur in der ersten Maiwoche waren es noch 37,0 Grad. Der Corona-Immobilien-Index wird auf einer Skala von 36,5 – 41,5 Grad abgebildet. In Bezug auf die menschliche Körpertemperatur gibt der Index die Lage auf dem Immobilienmarkt an. Bei 36,5 Grad gibt es keine Beeinträchtigungen, alles ist in Ordnung. Nehmen die Probleme auf den Baustellen zu, steigt die Temperatur bis hin zum Fieber, maximal 41,5 Grad. Dann geht nichts mehr = kompletter Baustopp.

Moritz Koppe (Initiator des Corona-Immobilien-Index): „Wenn wir die Lage über den Monat Mai beurteilen, zeigt sich eine Stabilisierung der Situation. Wir müssen jedoch beobachten, wie sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt in der Immobilienwirtschaft in den kommenden Wochen entwickelt. Es zeigt sich eine Diskrepanz zwischen der immer besser werdenden Lage bei der Materialversorgung und schwankenden Resultaten bei der Bereitstellung von Personal.“

Lage auf den Baustellen im Griff

Stefan Stenzel, Associate Director bei Cushman & Wakefield und Initiator des Corona-Immobilien-Index: „Derzeit haben die Projektentwickler und Bauunternehmer die Lage auf den Baustellen im Griff. Nun gilt es, die mittelfristigen und langfristigen Auswirkungen auf die Immobilienentwicklung zu erkennen und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen. “

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Der Corona-Immobilien-Index

Das Projektentwicklungs-Barometer wurde geschaffen, um tagesaktuell die Entwicklungen der Immobilien- und Bauwirtschaft abzubilden. Mit dem Corona-Immobilien-Index (CII) wird die aktuelle Lage der Immobilienwirtschaft dargestellt. Eine schnelle Abfrage, ein Snapshot, gebildet aus den Eindrücken, die Marktakteure und Experten (Entwickler, Bauunternehmer, Projektmanager/Bauleiter, Banken/Investoren, Branchenteilnehmer) wöchentlich liefern. Kurz, prägnant und mit geringem zeitlichen Aufwand für die Teilnehmer. Initiiert von emproc, lebt das Entwicklungs-Barometer von der Unterstützung und Teilnahme der Immobilienexperten, die ihre persönliche Einschätzung der aktuellen Lage zur Bildung dieses Index teilen.

Quelle: lifePR, Berlin / München, 04.06.20)


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