Olympia Norm für Melat Kejeta beim RAK-Halbmarathon!

Aktualisierung vom 24.02.2020 | Worum ging es beim RAK-Halbmarathon in Ras Al Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten für Melat Kejeta? Der Reihe nach: Der Berlin-Marathon im September 2019 war für sie ein großer Erfolg: Sie war nicht nur die schnellste Deutsche – sie hatte auch mit 2:23:57 Stunden die internationale Marathon-Olympianorm (2:29:30) deutlich unterboten. Das genügt jedoch noch nicht: Um das Ticket für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio zu ziehen, musste Melat Kejeta noch eine weitere Norm erfüllen. Der RAK-Halbmarathon bot ihr eine Möglichkeit dazu!

Melat Kejetas Chance beim RAK-Halbmarathon in Ras Al Khaimah

Diejenigen deutschen Athleten, die ihre Marathon-Norm im Vorjahr (also 2019) erfüllt haben, müssen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres einen weiteren Leistungsnachweis erbringen. Das ist aber auch über die Halbmarathondistanz möglich. Am Freitag, dem 21.02.2020 bot sich Melat Kejeta dafür eine gute Chance: Sie war beim RAK-Halbmarathon in Ras Al Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten am Start. Die benötigte Zeit lag bei 73:30 Minuten. Die Halbmarathon-Bestzeit von Melat Kejeta steht bisher bei 68:41 Minuten. Eine Aufgabe also, die für Melat Kejeta gut zu meistern sein sollte.

Auf ihrer Facebook-Seite hatte sie ihren Fans vor dem Rennen ein Posting aus Ras Al Khaimah geschickt. Darin hatte sie erklärt, dass sie leider während ihres Trainingslagers in Äthiopien lange krank war, beim Rennen in Ras Al Khaimah jedoch antreten und natürlich ihr Bestes geben wolle. 

Hochkarätig besetztes Teilnehmerfeld – Melat Kejeta mit deutscher Jahresbestzeit

Die flache Strecke und das hochkarätig besetzte Teilnehmerfeld machen den RAK-Halbmarathon zu einem der schnellsten der Welt. Der Frauenlauf ist bei der 14. Auflage des Ras Al Khaimah Halbmarathons wieder hochkarätig besetzt. Neben Marathon-Weltrekordhalterin Brigid Kosgei aus Kenia waren weitere 10 Läuferinnen mit persönlichen Bestzeiten unter 67 Minuten am Start! 

In diesem außerordentlich stark besetzten Rennen belegte sie letztlich einen hervorragenden elften Platz. Sie lief eine deutsche  Jahresbestzeit von 68:56 Minuten. Eine persönliche Bestzeit verpasste sie um nur 15 Sekunden. Damit unterbot sie den Leistungsnachweis für die Olympia-Nominierung im Marathon (73:30 Minuten) deutlich.  Auf leichtathletik.de hieß es dazu, dass “sie als derzeit beste deutsche Marathonläuferin nun recht sicher sein kann, bei den Spielen in Japan starten zu können“. 

“Das war ein tolles Signal von Melat”, kommentierte ihr Trainer Winfried Aufenanger vom Laufteam Kassel. Melats Kejetas Sponsor, Lars Bergmann, Vorstand der IMMOVATION AG, war ebenfalls begeistert von der neuen Spitzenleistung der Athletin: “Damit wird es immer wahrscheinlicher, dass Melat an der Olympiade teilnehmen wird. Dass sie sich als Läuferin aus Kassel mit den Besten aus der ganzen Welt messen kann, macht mich schon stolz.”

Schnelles Rennen mit “doppeltem” Weltrekord

Das Rennen der Damen endete mit einer faustdicken Überraschung. Die große Favoritin Brigid Kosgei blieb zwar unter der bisherigen Weltrekordzeit von 64:51 (von Joyciline Jepkosgei 2017) konnte das Rennen aber dennoch nicht als Siegerin beenden. Die Siegerin und neue Weltrekordlerin heißt Ababel Yeshaneh. Die 28-jährige Äthiopierin gewann das Rennen in 64:31 Minuten. 

Auch das Männerfeld war hochkarätig besetzt: Acht Läufer mit Bestzeiten von unter einer Stunde waren am Start. Der schnellste Läufer im Feld gemäß Starterliste war der Kenianer Alexander Munyao, mit einer persönlichen Bestzeit von 59:09 Minuten. Das Rennen der Männer gewann jedoch der Kenianer Kibiwott Kandie, der mit 58:58 Minuten eine Jahresweltbestzeit aufstellte. Sein Landsmann Alexander Munyao wurde “nur” Zweiter in 59:16, Rang drei belegte Mule Wasihun (Äthiopien) mit 59:47. 

Insgesamt hatten sich 5.100 Teilnehmer aus 114 verschiedenen Nationalitäten angemeldet, mehr Läufer als je zuvor. Darunter waren 3.174 Starter und Starterinnen für den Halbmarathon selbst. 

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  • Melat Kejeta: ©Laufteam Kassel/Michael Bald, ©striZh/ Fotolia.com