Redensarten zum Thema Geld – Woher sie kommen und was sie bedeuten – Teil 2

Wir alle kennen und verwenden Redensarten zum Thema Geld. Doch den Wenigsten ist bewusst, woher sie stammen und was sie bedeuten. Die Verwendung von Redensarten im täglichen Sprachgebrauch erfolgt meist ganz automatisch. Man übernimmt den Kontext, in dem man die Redensarten kennengelernt hat und wendet sie ganz selbstverständlich in diesem allgemein gültigen Sinn an. Kaum jemand kennt jedoch ihren Ursprung.

„Geld regiert die Welt“, diesen Spruch haben sich die meisten von Ihnen sicher schon verwendet. Doch was bedeutet er? In diesem Fall ist er nicht wörtlich zu nehmen. Denn Geld kann sicher nicht die Welt regieren. Das machen noch immer Regierungen und Politiker – oder vielleicht doch das Finanzsystem?! Jedenfalls können die Regierenden ihre Arbeit ohne Geld  nur eingeschränkt ausführen. So gibt es immer heftige Diskussionen, wenn mal wieder der Etat gekürzt wird.

„Zeit ist Geld“

Je mehr man arbeitet, desto mehr Geld verdient man. Zu dieser Interpretation neigen wir bei diesem Spruch. Benjamin Franklin, dem wir diese Redensart zu verdanken haben, hatte damit allerdings etwas anderes gemeint. Er wollte damit ausdrücken, dass Zeit zu wertvoll ist, um sie einfach zu vertrödeln. Dass der Spruch bis heute monetär interpretiert wird, liegt wohl daran, dass „Geld doch irgendwie die Welt regiert“.

„Geld stinkt nicht“

Diese Redensart findet ihren Ursprung im Lateinischen – „Pecunia non olet“. Der Spruch wird auf Kaiser Vespasian zurückgeführt. Er regierte Rom von 69-79. Sein Ziel war es, die Einnahmen des Reiches zu vermehren.

Um das Vorhaben umzusetzen, führte er die Latrinensteuer ein. Damit hatte er nicht nur den Haushalt aufgestockt, sondern gleichzeitig auch das Abwassersystem überholt. Heute dient diese Redensarten zum Thema Geld oft zur Rechtfertigung eines schlechten Gewissens.

Redensarten zum Thema Geld … und offene Fenster

Menschen, die ihr “Geld zum Fenster herauswerfen”, gelten als besonders verschwenderisch und geben ihr Geld offenbar gerne für unnötige Dinge aus. Dieser Spruch stammt Übermittlungen nach aus dem Mittelalter:

In Regensburg soll der Kaiser in seinem Rathaus aus einem Fenster Münzen ins Volk geworfen haben, um es den Armen zukommen zu lassen. Da es sich bei der edlen Spende um die Steuergelder der Bürger gehandelt haben soll, vertraten diese die Meinung, der Kaiser “werfe ihr Geld zum Fenster raus”.


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  • Illustration: Münzen auf Geldschein: © matttilda - Fotolia