Die allmähliche „Enteignung“ der Sparnation Deutschland (Die Welt)

Presseschau — By on 27. April 2016 08:56

„Es gibt viele Wege, sich zu bereichern. Einer der besten ist die Sparsamkeit“, sagte der englische Philosoph Sir Francis Bacon. Damit hat er sicher recht. Doch momentan scheint es in Deutschland nicht mehr so leicht zu sein, sein Geld zu vermehren. Neben der Niedrigzinspolitik sorgen auch die Sparer selbst dafür, dass der Vermögensaufbau in die Ferne rückt, so „Die Welt“ in einem Artikel vom 13.04.2016.

Nicht nur die sprichwörtlich sparsamen Schwaben halten ihr Geld gerne zusammen: ganz Deutschland ist „Sparweltmeister“. Doch schaut man auf die Konten, so sieht man Stillstand. Das Geldvermögen vermehrt sich nicht mehr, im Gegenteil, es wird geringer. Doch wen soll man dafür verantwortlich machen? Die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer Niedrigzinspolitik oder doch die Sparer persönlich?

Wenn das Geld schwindet…

In einem Artikel in „Die Welt“ vom 13.04.2016 hieß es:„In kaum einem anderen Land verlassen sich die Menschen so sehr auf Sparbücher, Tagesgeldkonten und Lebensversicherungen – und damit auf den Zins, der die Ersparnisse Jahr für Jahr anwachsen ließ. Doch jetzt müssen Millionen Deutsche feststellen, dass Sparen keine so gute Idee war“. Seit sechs Jahren herrscht in Deutschland aufgrund der Niedrigzinspolitik der EZB ein historisch niedriges Zinsniveau. „Und schon zum Ende dieses Jahres wird das, statistisch gesehen, jeden einzelnen Bundesbürger 2450 Euro gekostet haben“, beruft sich „Die Welt“ auf Berechnungen, die der „Welt am Sonntag“ exklusiv vorliegen.

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Freudige Zeiten für Häuslebauer

Der niedrige Zinssatz birgt nicht für jeden Nachteile. Wer sich zum jetzigen Zeitpunkt eine eigene Immobilie zulegen möchte, kann dies für einen geringen Zinssatz tun und sich somit den Traum vom Eigenheim schneller erfüllen als vielleicht gedacht. Doch diese positive Eigenschaft des Niedrigzinses nützt nicht allen. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das laut DZ-Bank 144 Milliarden Euro an Nutzen für Bauherren – gegenüber 343 Milliarden an „Verlust“ für Sparer.

Fehler im Rentensystem?

Professor Olaf Stotz von der Frankfurt School of Finance & Management hat anhand eines Beispiels nachgerechtet: möchte eine Frau um die 40 im Alter über 100 Euro zusätzlich verfügen, muss sie pro Monat 92 Euro in deutsche Staatsanleihen investieren. Zum Vergleich: vor 15 Jahren wären nur 29 Euro dafür nötig gewesen. Für Männer stieg die Rate im selben Zeitraum von 24 Euro auf 69 Euro.

Sparen die Deutschen falsch?

Laut Markus Grabka vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin ist nicht nur der niedrige Zins ein Grund für das Schwinden der Privatanlagen. Die Deutschen sparen falsch, so Grabka. Es sieht so aus als scheinen sie zu wissen, dass sie bezüglich ihrer Geldanlage handeln müssten. Doch sie tun es nicht. Nach wie vor wählen sie Sparbücher und Tagesgeldkonten zu niedrigen Zinsen oder deponieren ihr Geld auf dem Girokonto. Zahlen belegen: „Über zwei Billionen Euro liegen deshalb nahezu unverzinst herum. Die Tendenz ist sogar steigend, nicht etwa abnehmend“, so „Die Welt“.

Kapitalanlagen genauer anschauen

Die Geldanlage ist ein kompliziertes Thema. Sparer sind angehalten, mögliche Kapitalanlagen genauer anzuschauen und die Risiken abzuschätzen, um für sich die bestmögliche Geldanlage zu finden. Eine repräsentative Umfrage der GfK Marktforschung in Nürnberg Ende 2015 hat beispielsweise ergeben, dass 37 % aller Anleger ihr Geld im Jahr 2016 am liebsten in Immobilien investieren würden.

Quelle: www.welt.de

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