Sprüche zum Thema Geld – Woher sie kommen und was sie bedeuten – Teil 1

Journal — By on 3. November 2015 12:17

Wir alle kennen und verwenden Redensarten in verschiedenen Situationen. Doch den Wenigsten ist bewusst, dass viele davon mit Geld zusammenhängen.

Die Verwendung von Redensarten im täglichen Sprachgebrauch erfolgt meist ganz automatisch. Man übernimmt den Kontext, in dem man die Redensarten kennengelernt hat und wendet sie ganz selbstverständlich in diesem allgemein gültigen Sinn an.

Die pure Verschwendung?

So ist man geneigt zu sagen, dass jemand, der sein Geld unüberlegt in rauen Mengen ausgibt, sein Geld auf den Kopf haut. Einmal ist keinmal, so sagt man, aber Menschen, die ihr Geld dauerhaft auf diese Weise ausgeben, droht eventuell die finanzielle Misere. Dabei hatte diese Redewendung früher überhaupt keine verschwenderische Bedeutung. Im Mittelalter war es üblich, seine Zeche zu bezahlen, indem der Gast seine Münzen mit der Zahl nach oben auf den Tisch legte. Der Wert des Geldstückes war so für den Wirt sofort zu erkennen. Die Tatsache, dass in diesem Moment der Kopf der Münze auf der Tischplatte lag, führte zum Entstehen dieser Redensart.

Plattfüße als Statussymbol

Und wer hätte geglaubt, dass „auf großem Fuß leben“ im 12. Jahrhundert eigentlich einen ganz anderen Ursprung hatte als wir vermuten. Verwendet wird die Redensart, um auszudrücken, dass jemand besonders verschwenderisch lebt. Doch wer weiß heutzutage schon, dass es damals einen Grafen Anjou gab, dessen Füße so deformiert waren, dass er aus Scham mit übergroßen Schnabelschuhen durch die Gegend lief, die ihm die Mitmenschen aus Neid als Protzerei auslegten.

Von Freunden und Feinden

Unser Freund, mit dem wir seit Jahren durch Dick und Dünn gehen, ist unserer Meinung nach ein Mensch aus „echtem Schrot und Korn“. Wir möchten damit ausdrücken, dass wir ihn als ehrlich und echt ansehen, als einen aufrichtigen Menschen, auf den wir uns verlassen können. Umso überraschter sind wir, wenn wir erfahren, dass auch diese Redensart mit Geld zu tun hat. So bezeichnet der Begriff „Schrot“ das Gesamtgewicht einer Münze, wobei hier die Anteile an unedlen Metallen und Edelmetallen zusammengefasst werden. Korn hingegen steht für den reinen Edelmetallanteil.

Wenn wir das Gefühl haben, dass uns jemand etwas „abknöpfen“ will, gehen wir instinktiv auf Abstand, da wir befürchten, dass uns dieser Mensch in irgendeiner Weise etwas wegnehmen möchte. Doch ursprünglich hatte „abknöpfen“ eine positive Bedeutung: In früheren Zeiten trugen edle Herrschaften goldene Knöpfe an ihren Tüchern. Treue Diener durften sich zweitweise zur Belohnung den ein oder anderen goldenen Knopf „abknöpfen“.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

„Ich kaufe doch nicht die Katze im Sack“, sagt Otto Normalverbraucher, wenn er sich ein neues Auto kaufen möchte. Eine Probefahrt und ein Überprüfen des Kaufobjektes müssen mindestens stattfinden, bevor man sich für eine solche Investition entscheidet. Und diese Redensart ist tatsächlich in diesem tierischen Kontext zu verstehen: auf mittelalterlichen Märkten gab es Händler, die ihren Kunden oft eine Katze anstatt eines Ferkels oder Hasen unterjubelten.

Waren Ihnen alle Ursprünge dieser Redensarten bewusst? Falls nicht, dann ist das völlig normal, denn manchmal trügt der Schein. Wussten Sie eigentlich, dass man Geld auch als „Marie“ bezeichnet? Interessante Synonyme für Geld und ihre Herkunft finden Sie hier.

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