Salamander-Areal: Tag der offenen Tür

Branchen-News, Topic, Topic1 — By on 11. März 2014 10:06

Das Land Baden-Württemberg ist der Hauptmieter auf dem Salamander-Areal in Kornwestheim. Auf ca. 18.800 Quadratmeter Fläche wird bis zum Jahr 2017 das neue Grundbuchzentralarchiv in mehreren denkmalgeschützten Gebäuden abschnittsweise eingerichtet. Anlässlich des deutschlandweiten „Tag der Archive“ am 8. März war das Archiv erstmals einem breiteren Publikum zugänglich.

RegalAuf zwei Fragen wollten die Archivare an diesem Tag der offenen Tür Antwort geben: „Wer sind wir und was tun wir?“

Täglich kommen aus ganz Baden-Württemberg die Laster: Sie bringen die Grundbücher aus dem ganzen Bundesland. In Baden-Württemberg wurden bisher über 600 Grundbuchämter geführt! Eine Justizreform setzt dem nun ein Ende; sukzessive werden alle Grundbücher in Kornwestheim archiviert.

Bereits seit zwei Jahren hat das GBZA Baden-Württembergs auf dem Salamander-Areal sein Zuhause gefunden. Sind alle Grundbuchämter aufgelöst und alle Akten in das Grundbuchzentralarchiv verlagert wird die Einrichtung in Kornwestheim eines den größten Archive überhaupt sein.

Modernste Technik auf dem historischen Areal

Das Klischee vom Archivar mit abgewetzten Ärmelschonern in dunklen Kellern vor verstaubten Akten wird in Kornwestheim nicht mehr bedient. Statt dessen findet man modernste Technik und motivierte Mitarbeiter: Zum Beispiel Michael Aumüller, der 37-Jährige leitet das Archiv.  Vor ihm liegt eine Herkulesaufgabe – die Einlagerung der Grundbücher wird ihn noch mindestens drei Jahre intensiv beschäftigen.

Die Prozesse sind streng getaktet: Im Schnitt brauchen die Mitarbeiter nur 75 Sekunden, um ein Grundbuch zu erfassen und ins Magazin zur Aufbewahrung zu schicken. Zwei Millionen Dokumente sind bereits vor Ort. Doch das ist nur kleiner Teil: Bis 2017 sollen es 16 Millionen werden!

gbza-schild

Haus-im-Haus-System schützt die Akten

Die ehemaligen Produktionshallen auf dem Salamander-Areal sind großzügig und hell. Was jeden Besucher begeistert, stellt Archivare vor Probleme, denn die Grundbücher haben es am liebsten dunkel und kühl. Am Besten zwischen 16 und 18 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von maximal 50%. Deswegen wurden in die weiten Hallen einzelne geschlossene Räume mit High-End-Technologie gebaut. Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit des „Haus-im-Haus-Systems“ werden durch eine Gebäudeleittechnik zentral gesteuert. Durch die Magazine führen keine Wasserleitungen: Wasser ist der größte Feind der Akten und noch gefährlicher als Feuer.

Die Grundbücher blieben beim Tag der offenen Tür verschlossen: was in den Büchern steht, weiß nicht mal der Archiv-Chef. Wie lange sollen die Dokumente im Salamander-Areal lagern? Gegenüber der Ludwigsburger Kreiszeitung meinte Aumüller unmissverständlich: „Wir bewahren bei uns Dokumente für die Ewigkeit auf.“

Revitalisierung durch Projektentwickler

Das Industriedenkmal Salamander-Areal in Kornwestheim wurde Ende 2009 von der Immobilien-Projektgesellschaft Salamander-Areal Kornwestheim mbH, einem Unternehmen der IMMOVATION-Unternehmensgruppe gekauft. Auf ca. 90.000 Quadratmetern Geschossfläche entsteht eine lebendige Mischung aus Wohnen und Einkaufen, Dienstleistungen und Gewerbe. Ein Großteil ist inzwischen vermietet. Hauptmieter ist das Land Baden-Württemberg mit dem Grundbuchzentralarchiv.

 

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