Männer und Frauen bei der Geldanlage (3): Ungerechtigkeiten

Branchen-News, Journal — By on 10. April 2013 11:00

In unserer Serie zum Thema „Männer und Frauen bei der Geldanlage“ haben wir über die unterschiedlichen Anlagestrategien von Männern und Frauen berichtet. Kurz gesagt, Männer riskieren zwar etwas mehr – aber im Ergebnis liegen Adam und Eva ungefähr gleichauf, auch wenn Frauen langfristig betrachtet, die Nase etwas vorne haben. (Hier geht es zur Studie)

Einer anderen Frage ging nun der Deutsche-Bank-Research nach: Wie steht es um den Besitz von Finanzprodukten. Ist er gerecht verteilt?

Nach DB Research gibt es erhebliche Unterschiede: Männer besitzen viel häufiger Finanzprodukte als Frauen. Das gilt allerdings nicht für alle verschiedene Finanzprodukte gleichermaßen.

Kaum Unterschiede bei alltäglichen Produkten

Nicht erstaunlich: beim alltäglichsten Bankprodukt, dem Bankkonto gibt es kaum Unterschiede. Ähnliches gilt für Versicherungen, zu denen die Erhebung auch KFZ-, Hausrats- und Gesundheitspolicen rechnet. Beides sind nahezu Finanzprodukte des täglichen Bedarfs.

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Männer und Frauen bei Finanzprodukten – immer noch große Unterschiede
Foto: © lassedesignen – Fotolia

Doppelt so viel Männer besitzen Aktien oder Anleihen

Anders sieht die Sache bei Anlageprodukten aus – hier gibt es gravierende Unterschiede. Nur 9% der weiblichen Befragten besitzen Aktien oder Anleihen; bei Männer liegt dieser Wert mit 14%  ca. 50% höher. Der Vergleich bei Investmentfonds fällt ähnlich aus: Frauen 5%, Männer 9%.

Noch deutlicher sind die Unterschiede bei Aktien: In den Jahren 2006 bis 2011 haben 3% der Frauen auf Aktien oder Anleihen gesetzt. Bei Männern war der Wert im EU-Durchschnitt doppelt so hoch.

Geringeres Einkommen „erschwert den Vermögensbau“

Woran liegt das? DB Research spricht hier etwas verklausuliert von strukturellen Unterschieden in den Lebenswegen und Erwerbsbiografien.

Die Zahlen sprechen eine klarere Sprache: Die „weibliche Beteiligung auf dem Arbeitsmarkt“ liegt mit 58,5% im EU-Schnitt deutlich unter dem Vergleichswert der Männer mit 70,1%. Zudem ist ihr Anteil bei den Teilzeitkräften höher. Krankenschwestern, Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen findet man (zum Glück) häufig; Unternehmerinnen und Managerinnen (leider) immer noch seltener.

All das ist bekannt, darauf weißt auch die Deutsche Bank-Studie hin. Und das spielt natürlich auch für Anlageprodukte eine entscheidende Rolle. Denn mit geringerem Einkommen ist der „Vermögensaufbau erschwert“.

Quelle: www.dbresearch.de

 

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