Typisch Deutsch: Lurchi, der Salamander

Salamander-Areal — By on 21. November 2013 12:00

Lurchis Abenteuer kennt wohl (fast) jeder. Aber wer hat schon mal Lurchis natürliches Pendant zu Gesicht bekommen? Sicher nicht sehr viele. Denn der Feuersalamander lebt sehr versteckt. Man findet ihn zwar von Spanien bis zum Balkan. Aber Deutschland ist das Kerngebiet seines Lebensraums.

Daher kann man aus gutem Grund sagen, dass der Salamander eigentlich „typisch deutsch“ ist, meint Friedrich Petrasch vom Naturschutzbund Deutschland. Deshalb findet sich Lurchis Vorbild auch auf einer ganz besonderen Liste: „Arten in besonderer Verantwortung Deutschlands“. Das sind Arten, für die Deutschland international eine besondere Verantwortung hat, weil sie nur hier vorkommen oder weil ein hoher Anteil der Weltpopulation hier vorkommt.“ (Bundesamt für Naturschutz)

Wie lebt der Feuersalamander? Tagsüber verbirgt er sich unter Felsplatten, im Wurzelwerk eines Baumes oder sogar in Mauselöchern. Nachts geht es auf Nahrungssuche: Käfer, Würmer, Schnecken und vieles mehr finden sich auf seinem Speiseplan. Die Weibchen legen übrigens keine Eier, sondern bringen lebende Jungen zur Welt.

Lurchi wird bis zu 50 Jahre und älter

Feuersalamander © Carsten Meyer - Fotolia

In der Obhut von Menschen gehaltene Exemplare werden 50 Jahre und älter – von 1863 bis 1913 lebte ein Feuersalamander im Museum Koenig in Bonn über ein halbes Jahrhundert in einem Terrarium. Die Lebenserwartung in freier Wildbahn liegt nachweislich über 20 Jahre.

Natürliche Feinde hat „Lurchi“ nicht. Das Aufsehen erregende schwarz-gelbe Muster schreckt zu sehr ab. Ein Muster, das übrigens ganz individuell ist –  jedes einzelne Exemplar kann man damit identifizieren. Natürliche Feinde hat Lurchi zwar nicht, aber wir selbst machen ihm zu schaffen: „Früher galten Salamander als feuerfest. Man warf sie auch in brennende Häuser, um das Feuer zu löschen“, erläutert Friedrich Petrasch – ein grausamer Irrtum, ein schrecklicher Brauch.

Eine besondere Verantwortung

Heute droht ihnen Ungemach aus anderer Richtung. Da Lurchi sich eher langsam fortbewegt, setzt ihm häufig der Straßenverkehr zu. Bleibt zu wünschen, dass diese ganz besondere Art „in besonderer Verantwortung Deutschlands“ noch lange unter uns weilt und wahr wird, was in jedem Lurchi-Buch zu lesen war:  „Lange schallt’s im Walde noch – Salamander lebe hoch!“

Foto: © Carsten Meyer – Fotolia

 

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