Adam Smith und die unsichtbare Hand (Video)

Netzfundstücke — By on 5. Juli 2013 09:43

Gelungen: Der Wirtschaftsblog  der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erklärt „Ökonomie in 90 Sekunden“. Vorgestellt werden die berühmtesten Ökonomen, ihre Kernthesen und ihre Wirkkraft bis heute. 

In Folge 1 wird in einem einfachen und unterhaltsamen Trickfilm Adam Smith vorgestellt.

Adam Smith‘ Idee der „unsichtbaren Hand“ war im 18. Jahrhundert eine Provokation – dennoch (oder gerade deswegen?)  wurde sein  Meisterwerk „Der Wohlstand der Nationen“ ein großer Verkaufserfolg. Schnell war die erste Auflage vergriffen und seitdem ist das Buch ein fester Bestandteil des ökonomischen Kanon.

Über Angebot und Nachfrage

Im Grunde steht das Bild der „unsichtbaren Hand“ einfach für das ökonomische Gesetz von Angebot und Nachfrage; es erklärt, wie diese beiden Kräfte der Gesellschaft insgesamt nutzen können. In einfachen Worten: Die Einzelnen handeln zwar eigennützig – aber daran ist in einer freien Marktwirtschaft nichts prinzipielles auszusetzen, da sich die vereinten Kräfte zum Vorteil der Gesellschaft als Ganzes auswirken können.

Adam Smith setzt die Metapher in seinem Werk sehr dosiert ein – er nutzt sie im gesamten Buch nur drei Mal. Hier ist eine zentrale Passage:

[Jeder Einzelne] fördert in der Regel nicht bewusst das Allgemeinwohl, noch weiß er, wie hoch der eigene Beitrag ist … Wenn er … die Erwerbstätigkeit so fördert, dass ihr Ertrag den höchsten Wert erzielen kann, strebt er lediglich nach eigenem Gewinn. Er wird in diesem wie auch in vielen anderen Fällen von einer unsichtbaren Hand geleitet, um einen Zweck zu fördern, den zu erfüllen er in keiner Weise beabsichtigt hat … Indem er sein Eigeninteresse verfolgt, fördert er häufig auch das der Gesellschaft viel wirkungsvoller, als er dies in bewusster Absicht tun würde. Es ist noch nie viel Gutes dabei herausgekommen, wenn jemand Handel treiben wollte, um dem Allgemeinwohl zu dienen. *

Über Glühbirnen und Ohrfeigen

Ein vereinfachtes Beispiel soll den Gedanken verdeutlichen:  Stellen wir uns einen Erfinder namens Thomas vor: Er hat gerade eine neuartige Glühbirne ersonnen. Sie ist effektiver, hält länger und leuchtet auch noch heller als andere Glühbirnen.  Thomas handelt zwar im Eigeninteresse, denn er will mit seiner Erfindung reich werden. Aber „nebenbei“ erweist er der Gesellschaft insgesamt einen großen Gefallen: Seine Glühbirnenproduktion schafft Arbeitsplätze und macht das Leben der Glühbirnen-Käufer (etwas) angenehmer. Hätte es gar keine Nachfrage nach der neuartigen Glühbirne gegeben, hätte dafür  natürlich auch niemand einen Heller gegeben, statt dessen hätte der Erfinder sich eine „Ohrfeige“ der unsichtbaren Hand eingefangen …

Über Eigeninteresse und schiere Gier

Smith unterschied allerdings sorgsam zwischen wohlverstandenem Eigeninteresse und reiner egoistischer Gier.  Zu seiner Idee von Eigeninteresse gehört es auch, Gesetze zu schaffen: etwa Eigentumsrechte, Patentschutz, Arbeitgeberschutz u.v.m. Smith unsichtbare Hand ist keine anarchische, die ohne Gesetze auskommt.

Quellen:
http://blog.insm.de
* 50 Schlüsselideen der Wirtschaftswissenschaften, E. Conway
Foto: Wikipedia

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