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Giuseppe Frisoni der Architekt des „Grafenbau“

Branchen-News — By on 27. Juni 2018 09:09

Direkt gegenüber dem Residenzschloss in Ludwigsburg baut die IMMOVATION-Unternehmensgruppe ein neues Wohnquartier. Zwei denkmalgeschützte Gebäude an der Schlossstraße sind Teil des Projektes – sie werden umfassend saniert: der Grafen- und der Gesandtenbau. Hier entstehen neue Räume für eine gewerbliche Nutzung. Der Grafenbau wurde 1724/25 vermutlich nach den Entwürfen des herzoglichen Baumeisters Donato Giuseppe Frisoni errichtet. Das barocke Palais gilt als ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung.

Wer war der Baumeister mit dem wohlklingenden Namen?

Donato Giuseppe Frisoni hatte eine bewegte Biografie: Als Kind einer oberitalienischen Künstlerfamilie führte ihn sein Lebensweg über Wien, Passau und Prag schließlich nach Ludwigsburg. Dort landete er später gar im Gefängnis …

Doch der Reihe nach: Zunächst arbeitete Frisoni als Stuckateur unter anderem in Wien. Als ihn Oberbaudirektor Nette auf die Ludwigsburger Schlossbaustelle holte, begann eine erstaunliche Karriere. Denn Frisoni erregte – dank seiner fantastischen Stuckdekorationen – beim Herzog Eberhard Ludwig größte Aufmerksamkeit. Als Stuckateur besaß Frisoni eigentlich keine spezielle architektonische Ausbildung. Dennoch ernannte Eberhard Ludwig ihn im Februar 1715 zu seinem neuen Architekten in Ludwigsburg. Er setzt sich damit trotz erheblichem Widerstand über die Vorschläge der “Baudeputation” hinweg.

Doch der Herzog hatte ein gutes Gespür bewiesen: In seiner neuen Funktion vollendete der Mann aus Oberitalien zunächst die Dreiflügelanlage des Residenzschlosses, die bereits sein Vorgänger geplant hatte. Anschließend entwarf Frisoni mehrere Projekte zur Erweiterung des Schlosses. Zwischen 1726 und 1733 wurden nach seinen eigenen Plänen der Neue Hauptbau, zwei Verbindungs-Galerien sowie zwei Pavillons errichtet. Überdies legte man den Garten unter seiner Regie neu an.

Vorne im Bild: Grafenbau, rechts daneben der Gesandtenbau (Visualisierung GLOBAL CONZEPT GmbH)

Ludwigsburg verdankt Giuseppe Frisoni sein südländisches Flair

Doch nicht nur das Residenzschloss verdankte Frisoni seine abschließende Gestalt: Der ehemalige Stuckateur prägte im Grunde das Gesicht der ganzen Stadt. Ihm verdankt Ludwigsburg sein südländisches Flair.  Ab 1715 wurde die Stadt nach einem Planmodell erbaut, das Frisoni eigens für diesen Zweck geschaffen hatte. Der Italiener schuf eine ideale barocke Stadt: ein symmetrischer Grundriss, schnurgerade Alleen, einheitliche Häuserfassaden und ein von Arkadenbögen gesäumter Marktplatz. Bei seinen Bauprojekten beschäftigte Frisoni übrigens fast ausschließlich “Gastarbeiter”: Handwerker und Künstler aus seiner alten Heimat. Vetternwirtschaft? Nicht wirklich: Frisoni konnte in Württemberg einfach keine gleichwertigen Kräfte finden. In ganz Schwaben beherrscht um 1710 beispielsweise kein einziger Maler die nötige Freskotechnik. 

… in Festungshaft

Als herzoglicher Oberbaudirektor war Frisoni längst einer der einflussreichsten und wohlhabendsten Bürger Ludwigburgs geworden. Sein “Förderer” Herzog Eberhard Ludwig starb am 31. Oktober 1733. Kurze Zeit danach stellte man Frisoni unter Anklage und verhaftete ihn. Die konstruierte Anschuldigung basierte auf Unterschlagung, Korruption und “überheblichem Wesen”.  Frisoni kam in Festungshaft. Trotz fehlender Beweise und trotz Interventionen des Markgrafen von Ansbach wurde er erst 1735 freigelassen.

Wenige Zeit später starb Frisoni in Ludwigsburg.

Quellen: 
www.sueddeutscher-barock.ch 
www.schloss-ludwigsburg.de

 

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