empirica-Blasenindex: Gesamtindex steigt im 1. Quartal 2017 erstmals seit 15 Quartalen nicht weiter an

Branchen-News — By on 12. Mai 2017 09:29

Droht dem deutschen Wohnungsmarkt eine Preisblase? Diese Frage wird seit geraumer Zeit diskutiert. Das Institut empirica veröffentlicht in jedem Quartal einen Immobilienblasenindex.

Nicht jeder Preisanstieg birgt die Gefahr einer Blase, erläutert das unabhängige Forschungs- und Beratungsinstitut empirica. Doch eine allgemein anerkannte Definition für eine Preisblase gibt es nicht. Das Institut nimmt vier zusammenhängende Kriterien in Augenschein, denn nach Ansicht der Experten steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Immobilien-Blase, wenn …

  • die Kaufpreise schneller als die Mieten steigen,
  • die Kaufpreise schneller als die Einkommen steigen,
  • in spekulativer Erwartung immer mehr Wohnungen gebaut werden,
  • immer mehr Kredite aufgenommen werden

Von einer Erhöhung der (regionalen) Blasengefahr geht das Institut aus, wenn die Vergleichswerte aus dem Jahr 2004 bzw. die empirica-Neubauprognose signifikant überschritten werden. „Das Jahr 2004 steht für eine „Normalphase“, in der niemand eine Preisblase vermutet hat und der Markt eher leicht unterbewertet war“. Der empirica-Blasenindex ist gegenüber dem Vorquartal zwar leicht gestiegen, befinde sich aber „weiterhin unter dem Ursprungsniveau des Referenzjahres 2004“.

Gesamtindex (rot) nach wie vor unter dem „blasenfreien“ Referenzwert von 2004 (Quelle: empirica)

Erstmals kein Anstieg seit 15 Quartalen

Der empirica-Blasenindex steigt erstmals seit 15 Quartalen nicht weiter an, ggü. 4.Q’16 verliert er vielmehr 0,01 Punkte. Nur der Einzelindex „Vervielfältiger“ puscht noch (+0,01), während die Indices „Preis-Einkommen“(-0,01) und „Wohnungsbaukredite“ (-0,02) den Gesamtindex leicht ausbremsen. Allerdings sind die bremsenden Einflüsse eher technisch bedingt. Denn die Hintergrundvariablen „Einkommen“ und „Neugeschäft Wohnungsbaukredite“ werden nur einmal im Jahr aktualisiert.

Quartal weist „Sprünge“ auf

Im betreffenden Quartal kann es dann wie jetzt zu Sprüngen kommen. Gleichwohl ergeben sich die Sprünge nicht grundlos. So sind empirica zufolge die neu zugesagten Baukredite eben im Jahresvergleich langsamer als das BIP gestiegen. Die Preise haben zwar nur im Quartalsvergleich langsamer zugelegt als die Einkommen, aber auch das haben sie eben zuletzt vor 15 Quartalen getan – trotz zwischenzeitlicher Aktualisierungen der Einkommensvariable.

„Keine klassische Preisblase“

Laut empirica unterstreicht Der Abwärtstrend beim Einzelindex „Wohnungsbaukredite“, dass derzeit keine klassische Preisblase existiert: das Kreditvolumen ist gemessen am BIP immer noch nicht aufgebläht. Ob der Einzelindex „Preis-Einkommen“ auch künftig bremst, muss sich allerdings erst noch zeigen.

Quelle: www.empirica-institut.de


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