Immobilien-Konjunktur-Index: Pauschalaussagen führen nicht weiter

Branchen-News — By on 7. März 2017 13:17

Wohin entwickeln sich die Wohnpreise? Zurzeit wird darüber eine “hitzige Diskussion” geführt, konstatiert Andreas Pohl (Deutsche Hypo) und ergänzt: Wo “man doch sonst oft einer Meinung” herrscht jetzt “Disharmonie”.

“Pauschalaussagen führen nicht weiter” – ein so vielschichtiges Produkt wie die Immobilie wird stets von vielen verschiedenen Faktoren bestimmt. Wer also, so Pohl, “einen Abschwung der Preise in den Metropolen prognostiziert und diesen nur auf den mangelnden Zuzug zurückführt” wird dem nicht gerecht. “Deswegen ist es ein Muss, jede Investitionsentscheidung gemäß ihren Standorteigenschaften zu prüfen.” Eigentlich eine Selbstverständlichkeit …

Pohl führt als Beispiel Berlin an. Die Studie „Immobilienboom in einer wachsenden Stadt“ analysiert die Lage wie folgendermaßen: “Der robuste Arbeitsmarkt und ein günstiges Finanzierungsumfeld gestalten die Nachfrage positiv. Zwar steigt das Bauvolumen derzeit, wird aber nicht die in den vergangenen Jahren entstandene Angebotslücke schließen. Deswegen bleibt Berlin auf absehbare Zeit infolge der starken Bevölkerungszunahme sowie positiver Impulse in der lokalen Wirtschaft generell ein attraktiver Investitionsstandort für Wohnimmobilien. Aber natürlich gilt immer: Konkrete Investitionsentscheidungen müssen genau geprüft werden.”

Immobilienklima sinkt weiter – Ist das die Trendwende?

Während die Fundamentaldaten die Immobilienkonjunktur noch nach oben treiben, hat sich die Stimmung unter den Experten in der aktuellen Panelbefragung weiter eingetrübt. Im März sinkt das Immobilienklima bereits zum fünften Mal in Folge. Eine derartige Negativentwicklung gab es zuletzt 2012. Das Immobilienklima sank im März um 3,1 Prozent auf aktuell 132,1 Zählerpunkte. Der Rückgang resultiert dabei vor allem aus dem Sinken des Investmentklimas um 4,5 Prozent auf 136,4 Zählerpunkte. Das Ertragsklima liegt mit einem Minus von 1,5 Prozent aktuell bei 127,9 Zählerpunkten. Spannend wird der Indexverlauf Ende März – wenn die deutsche Immobilienbranche von der MIPIM in Cannes heimgekehrt sein wird. Dann wird sich vermutlich zeigen, ob die südfranzösische Sonne bei den Besuchern die Stimmung hebt oder sich hier wirklich eine Trendwende vollzieht.

Quelle: Deutsche Hypo

Handelklima rutscht unter Hundert-Punkte-Marke

Im März 2017 ist in allen Segmenten eine Negativentwicklung ersichtlich. Die größten Verluste wurden beim Handelklima registriert. Mit einem Minus von 7,6 Prozent positioniert es sich bei 98,8 Zählerpunkten. Einen so niedrigen Wert gab es zuletzt im März 2010. Auch bei dem sonst so stabilen Wohnklima reduziert sich der Wert zum vierten Mal in Folge auf nunmehr 155,4 Zählerpunkte. Während die Verluste in den Vormonaten eher gering ausgefallen sind, ist der Rückgang im März mit 5,5 Prozent recht deutlich. Im Vergleich der Segmente hat das Hotelklima noch die beste Performance gezeigt und bleibt stabil bei 127,9 Zählerpunkten. Das Büroklima verliert 0,9 Prozent und liegt aktuell mit 142,0 Zählerpunkten auf dem Niveau vom Dezember 2016. Während das Logistikklima im Vormonat noch Zuwächse verzeichnen konnte, verliert es im März 1,7 Prozent, hat aber mit 144,4 Zählerpunkten weiterhin den zweithöchsten Wert im Vergleich der Segmente.

Immobilienkonjunktur erneut mit neuem Höchstwert

Die Experten des 111. Deutsche Hypo Immobilienkonjunktur-Index schätzen die aktuelle Lage erneut etwas schlechter ein als noch im Vormonat. Doch es gibt Anlass für Optimismus: Die Immobilienkonjunktur erreicht im März einen neuen Höchstwert seit dem Erhebungsbeginn des Index. Mit einem Anstieg um 2,5 Prozent erreicht sie aktuell 293,0 Zählerpunkte. Zum dritten Mal in Folge konnten somit Zuwächse verzeichnet werden. Wenn sich dieser Trend fortsetzen sollte, könnte bereits im April ein Wert über 300 erreicht werden. Da stellt sich die Frage, ob die früher wichtigen Fundamentaldaten noch Auswirkungen auf die Real-Wirtschaft haben?


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