“Banken verlangen Strafzinsen” (FAZ)

Presseschau — By on 1. Oktober 2014 07:53

Unternehmen sollen für Geld, das sie bei Banken parken, Gebühren zahlen. Schuld ist die Geldpolitik der Europäischen-Zentralbank. Ein Schicksal, das auch Privatkunden drohen könnte, wie die FAZ meldet.

Die Zeitung erläutert diese Praxis der Banken am Beispiel der Baumarktgruppe Hornbach.  Mehrere Banken hatten kurzfristige Einlagen des Unternehmens mit Strafzinsen belegt.

Nach Angaben der FAZ wollte sich eine „größere Bank in Frankfurt“ dazu zwar nicht direkt äußern, räumte aber inoffiziell die negativen Zinsen ein. Grund dafür seien die Lage am Geldmarkt und der negative Einlagenzins der EZB, der seit Anfang September minus 0,2% beträgt, als die Notenbank ihren Leitzins von 0,15 auf 0,05 Prozent gesenkt hatte. Das heißt im Klartext: Banken müssen für ihr Geld bei der EZB zahlen, wenn sie dort ihre überschüssigen Mittel parken.

Was heißt das? Für die Baumärkte heißt es: Wenn sie ihre Tageseinanhmen zur Bank tragen, werden sie dafür je nach Höhe der Summe mit Gebühren belegt. Das stellt die Dinge auf den Kopf, denn schließlich versprechen Einlagen normalerweise Habenzinsen, während man für Kredite Sollzinsen zu zahlen hat.

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Wie lange werden die Banken die negativen Einlagenzinsen auf Unternehmen und andere Großkunden beschränken?

Ein Sprecher von Hornbach bestätigte den Bericht der FAZ: „Es gibt bereits Banken, die verlangen für Anlagen bis zu drei Monaten Strafzinsen“. Allerdings agieren noch nicht alle Banken so. Zwar können sich Banken mit einem guten Rating diese Maßnahme erlauben; aber Banken mit schwächerem Rating würden auf die Strafzinsen nach wie vor verzichten, um die nicht Kunden zu verprellen.

Dennoch: Vor diesem Hintergrund sei es durchaus möglich, dass zukünftig auch Privatpersonen von dieser Praxis betroffen sind. Wenn vielleicht auch nicht in der Form von volumenabhängigen “Strafzinsen”, sondern verkappt über erhöhte Gebühren etwa für die Kontoführung. Die FAZ schließt: „Anleger können im aktuellen Umfeld sogar froh sein, wenn ihr Tagesgeld noch mit 0,5 Prozent verzinst wird. Vor drei Jahren waren noch mehr als 1,5 Prozent üblich.“

Quelle: www.faz.net

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