Verband fordert einheitliches Schulfach „Ökonomie“

Branchen-News — By on 1. September 2014 09:52

Das gab es noch nie: Sparer bekommen zum ersten Mal unter 1% Zins  vom Staat. Die Rendite von Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit sank im August dieses Jahres auf 0,998%. Inflation und Abgeltungsteuer tun das Ihrige: Damit droht einem großen Teil der Deutschen eine Negativrendite – denn nach Angaben der Bundesbank liegt ca. 40% des Geldvermögens privater Haushalte in Spareinlagen sowie Bargeld.

Thomas Richter Hauptgeschäftsführer des deutschen Fondsverbandes BVI warnt: „Mit festverzinslichen Sparprodukten wiegen sich die Bürger in einer Scheinsicherheit. Sie unterschätzen den Kaufkraftverlust ihrer Ersparnisse.“ Die Sparer schätzen die Risiken von vermeintlich risikolosen Anlagen häufig falsch ein. Die Welt hat vor geraumer Zeit nachgerechnet und kommt zu einem dramatischen Ergebnis: „Inflation vernichtet jährlich 13 Milliarden Euro.“

Schule muss ökonomische Grundkenntnisse vermitteln

Der Verband hat sich daher dafür ausgesprochen wirtschaftlicher Grundkenntnisse bereits in jungen Jahren zu vermitteln: „Ein Schulfach Ökonomie auf den Lehrplänen aller Bundesländer wäre ein wesentlicher Beitrag zum Anlegerschutz. Nur wer die grundlegenden ökonomischen Zusammenhänge versteht, trifft als Verbraucher die richtigen Entscheidungen“, erläutert Richter. Nach Ansicht des Verbandes zeigen die jüngsten Liberalisierungen an den Strom-, Gas- und Telekommunikationsmärkten, dass die Regierung auf eine größere Entscheidungsfreiheit der Bürger setzt. Zur Entscheidungsfreiheit muss sich jedoch auch Entscheidungskompetenz gesellen.

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„Wissen ist der beste Verbraucherschutz.“

„Die Finanzbranche fördert zwar schon heute über eigene Initiativen an Schulen die Finanzkompetenz junger Menschen. Das ökonomische Grundverständnis ist inzwischen jedoch von so elementarer Bedeutung für das Leben und Wirtschaften in Deutschland, dass die staatliche Bildungspolitik sich dieser Aufgabe nicht länger entziehen kann“, so Richter.

Untersuchung zeigt: Wissenslücken beim Finanz-Einmaleins

Dass die Forderungen des Verbandes berechtigt sind, zeigen diverse Untersuchungen. Millionen Europäer weisen eklatante Wissenslücken beim Finanz-Einmaleins auf. Bei einer Erhebung des europäischen Investment Fondsverband EFAMA sollten drei simple Fragen zu Verzinsung, Inflation und Investment (Risikostreuung) beantwortet werden. Die Ergebnisse sprechen nach Ansicht der Forscher für einen weit verbreiteten “Finanz Analphabetismus”.

Sollte es also ein Schulfach „Ökonomie“ oder „Geld und Finanzen“ geben? Die Mehrheit der Deutschen (64%) findet das sinnvoll. Jetzt ist die Politik am Zug.

Quelle: www.bvi.de, Foto: Fotolia

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