Freitag, der 13. – über Paraskavedekatriaphobie

#offtopic — By on 13. September 2013 10:00

Frightened and stressed young business womanParaskavedekatriaphobie: Das ist die Angst vor Freitag, dem 13ten. Solche Freitage sind für die Menschen, die darunter leiden, ein Alptraum. Der Begriff leitet sich aus dem Griechischen ab: Paraskave = Freitag; Dekatria = 13; Phobie = Angst.

Für manche Menschen kann also ein ganz normaler Freitag zum „schwarzen Freitag“ werden. Eine Auswertung von Krankmeldungen der Jahre 2006 bis 2008 ergab zum Beispiel, dass an solchen Freitagen drei- bis fünfmal mehr Arbeitnehmer krankgeschrieben sind als im Durchschnitt. Oft ist allein schon die Zahl 13 mit einem magischen Makel behaftet. Lange war die 13 im Volksmund das „Dutzend des Teufels“ … Um dem möglichen Unglück zu entgehen, folgt in manchen Hochhäusern auf die 12te Etage sogleich die 14te; Fluglinien verzichten auf die Reihe 13 und die Formel 1 vergibt keine Fahrzeugnummer 13.

Überbleibsel aus alten Zeiten

Aber warum machen manche ihr Glück oder Unglück von einem bestimmten Datum abgängig? Ein Psychologe erläutert: „Das sind alte kulturelle Überbleibsel aus einer Zeit, als Menschen versuchten, sich die Welt zu erklären, aber nichts anderes hatten als ihre Magie, ihren Aberglauben und ihre Götterwelt. Und wenn man sich in diesem System bewegt, bekommt man auch immer wieder die Bestätigung dafür.“

Solcher Aberglaube basiert also auf uralten Traditionen – aber das schadet doch nicht. Oder? Der Psychologe warnt und weist auf das Phänomen der «self-fulfilling prophecy» – also der sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Er erläutert es an einem Beispiel: „Wenn man zum Beispiel die Sorge hat, dass man mit dem Fahrrad stürzt und besonders darauf achtet, dass das nicht passiert. Wer sich in die Motorik seines Fahrradfahrens bewusst einklinkt und das beobachten will, der verunsichert sich dermaßen, dass er tatsächlich mit dem Fahrrad stürzt.“

Black Friday?

Auch in der Welt der Finanzen steht Freitag, der 13. oft in Verdacht, ein Unglückstag zu sein. Der erste Black Friday fiel auf den 6. Dezember 1745. An jenem Tag kollabierte das englische Finanzwesen vorübergehend. Weitere Krisen, die an Freitagen starteten, folgten in loser Folge. Der größte Börsenkrach der Geschichte löste im Jahr 1929 die Weltwirtschaftskrise aus. Seitdem ist im Finanzwesen die „Freitag-13-Anomalie“ bekannt. Wissenschaftliche und statistische Forschungen haben diesen Begriff jedoch als Mythos enttarnt.

Auch eine Versicherung versichert: Freitag der 13. bringt Glück!

Auch die Zurich Versicherung hat das Phänomen unter die Lupe genommen: Eine statistische Schadensauswertung sollte Klarheit bringen. Auch diese zeigte, dass an dem Aberglauben nichts dran ist. Im Gegenteil: die Auswertung ergab, dass an „schwarzen Freitagen“ im Schnitt sogar deutlich weniger Schäden zu verzeichnen sind. Wie kommts? Möglicherweise sind die Menschen an diesem Datum besonders auf der Hut. Der Effekt der self-fulfilling prophecy schlägt sich also nicht in den Zahlen nieder … Möglich ist aber auch, dass das Verkehrsaufkommen an solchen Tagen wegen des Aberglaubens einfach geringer ist.

Aber natürlich ist nicht in allen Kulturen Freitag der 13. ein Unglückstag: In Japan gibt es vermutlich keine Paraskavedekatriaphobie. Denn für die Japaner ist die 13 eine Glückszahl. Auch in Italien dürfte das Phänomen weitgehend unbekannt sein, denn dort ist der Freitag erst dann ein veritables Unglücksdatum, wenn er auf eine 17 fällt.

 

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