Von Bullen, Bären, Tauben und Falken: Tiere in der Welt der Finanzen

Journal — By on 22. August 2013 12:00

Tauben, Falken, Bullen und Bären: Die Finanzwelt scheint ein Zoo zu sein. Kennen Sie sich aus? Wir stellen Ihnen einige der großen und kleine Tiere vor!

Besonders beliebt sind solche Tiermetaphern übrigens im angelsächsischen Raum. Dort entstanden sogar (fast) neue Vokabeln: Man kann „bärig“ und  „bullig“ sein oder gar „taubig“ und „falkig“ … was für unsere Ohren eher seltsam klingt. Umgekehrt kennt man dort keine Heuschrecken, zumindest nicht diejenigen, die Franz Müntefering im Sinn hatte.

Dieser Beitrag gehört in unsere Rubrik „ökonomisches Wissen“ und kann Ihnen helfen, den ein oder anderen Finanzprofi besser zu verstehen. Aber nehmen Sie bitte nicht alles tierisch ernst :-)

Auf große und kleine Tiere trifft man in der Finanzwelt überall. Foto: © Circumnavigation - Fotolia

Auf große und kleine Tiere trifft man in der Finanzwelt überall. Foto: © Circumnavigation – Fotolia

Tauben und Falken

Flapsig gesagt, sind die Tauben „die Gütigen“ unter den Notenbänkern. Sie behelligen die Menschen nicht mit hohen Zinsen. Ihr Motto ist: Lass uns das Geld drucken, alle sollen billiges Geld haben. Tauben sind – wenn es um Preisstabilität geht – eher sanftmütig und „dovish“ (dove = Taube).

Falken sind das ganze Gegenteil: Sie beschützen das Geld mit ihren scharfen Schnäbeln und Klauen. Und wenn sie es schon hergeben müssen, dann nur mit ordentlichen Zinsen. Die Stabilität der Preise ist für einen Falken alles. Wenn es darum geht, dann kann er richtig „hawkish“ werden (hawk = Falke).

Herde und Schwarm

Es ist nicht gerade ein Kompliment, wenn man jemandem unterstellt, der Herde zu folgen wie ein Schaf. Wissenschaftler wollen sogar herausgefunden haben, dass wir uns oft wie Schafe lenken lassen: manchmal reichen 5 Prozent einer Gruppe (Herde?) um die restlichen 95 Prozent in die vorgegebene Richtung zu lenken: Ein paar selbst ernannte Experten laufen vorneweg. Und der Rest läuft hinterher.

Allerdings sind die Dinge in Wahrheit vielschichtiger. Oft „wissen“ die Vielen mehr als der Einzelne oder treffen zusammen die besseren Entscheidungen. Man spricht in diesem Fall von  Schwarm-Intelligenz; Herden-Intelligenz hört sich einfach nicht gut an :-) Im Finanzbereich macht seit einiger Zeit das Thema Crowdfunding von sich reden – eher ein Fall von Herdentrieb oder von Schwarmintelligenz?

Pleite-Geier und Kuckuck

Der Pleite-Geier konnte ursprünglich gar nicht fliegen. Er ist  einfach ein Pleite-Geher. Der Begriff kommt vom jiddischen „plejte gejer“. Die Plejte wiederum kommt vom hebräischen pelejtá, was „Flucht“ heißt: Solche Pleite-Geher würden sich ihren Gläubigern am liebsten durch die Flucht entziehen.

Eng mit dem Pleitegeier verwandt ist der Kuckuck … des Gerichtsvollziehers. Manchenorts war der Pleitegeier einfach eine scherzhafte Redewendung für diese unbeliebte Klebemarke.

Heuschrecken und Haie

heuschreckeWissen Sie es noch? Eine deutsche Erfindung! Der damalige SPD-Vorsitzende setzte es 2005 in einem Interview  in die Welt. Heuschrecken sind keine netten Zeitgenossen: Sie machen sich über blühende Landschaften her, fressen sie kahl und ziehen dann ohne Rücksicht auf Verluste weiter … eine Begriffsbildung, die eine erstaunliche Karriere gemacht hat, obwohl vermutlich niemand so genau weiß, wer genau damit gemeint ist.

Zu den unangenehmen Zeitgenossen gehören auch die Haie. Es gibt sie in verschiedenen Geschmacksrichtungen, zum Beispiel als Miethai oder Kredithai. Diese Spezies kann eine ganze Branche in ein ungünstiges Licht rücken.

Schwarze und weiße Schwäne

Dass Schwäne weiß sind, war für den Europäer des 17. Jahrhunderts eine fraglose Selbstverständlichkeit. Aber auch Selbstverständlichkeiten können ins Wanken geraten, denn man musste überrascht feststellen, dass es auf der anderen Seite des Globus auch schwarze Exemplare gab. In der Finanzwelt (und nicht nur da) steht das Bild vom schwarzen Schwan seither für unvorhersehbare Ereignisse oft mit großer Tragweite.

Schweine zum Sparen

Das Sparschwein begleitet uns seit dem Mittelalter! Die ältesten Funde stammen aus dem 13. Jahrhundert. Der Besitz eines Schweins war für eine mittelalterliche Bauersfamilie ein echter Glücksfall, sie haben im wahrsten Sinne des Wortes „Schwein gehabt“. Das Schwein stand also für Glück und Wohlstand und wurde mit  Reichtum und Geld assoziiert. Also gab man den Gefäßen, in denen man die eigenen Ersparnisse verwahrte, irgendwann die Form eines Schweins! Eine Tradition, die sich bis heute gehalten hat: 90% der Haushalte mit Kindern füttern heute noch ihr Sparschwein. Hier haben wir eine aktuelle Statistik dazu für Sie aufbereitet.

Bulle und Bär

Das ist sicher das bekannteste Bild. Bulle und Bär stehen für das Auf und Ab der Börse. Der Bär drückt die Kurse gleichsam mit den Pranken zu Boden. Der Bulle steht für entgegengesetzte Richtung: Er packt die Kurse mit den Hörnern und hebt sie in die Lüfte … manchmal gar in schwindelerregende Höhen.

Lurchi der Salamander

lurchi

Auch wenn der Lurch auf den ersten Blick nicht in diese Liste passt, haben wir ihm einen Ehrenplatz reserviert. Das sympathische Markentier der Salamander-Schuhe ist für uns mehr als nur eine Erinnerung an unsere Kindertage: Er ist der Held unserer Gegenwart!

Mit der Revitalisierung der historischen Produktionsstätte der Salamander-Schuhe in Kornwestheim ist es uns gewissermaßen unter der Schirmherrschaft von Lurchi gelungen, dem Industriedenkmal neues Leben einzuhauchen. Inzwischen ist das Areal zu einem lukrativen Anlageobjekt geworden.

„Lange schalt’s im Walde noch, Salamander lebe hoch“. Hier geht’s zur Facebook-Seite des Salamander-Areals, Lurchis Heimat.

Hier geht es zur Homepage der IMMOVATION AG

 

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