Männer und Frauen bei der Geldanlage (4): Klischees im Wandel

Branchen-News, Journal — By on 17. April 2013 15:19

In der vierte Folge dieser kleinen Serie fragen wir nach den (Vor-)Urteilen der Deutschen zum Umgang der Geschlechter mit dem lieben Geld:  Wer ist sparsamer, wer geht besser mit Geld um, wer riskiert mehr? Schön, wenn überkommene Vorurteile zum alten Eisen gepackt werden. Nicht so schön, wenn sie einfach durch neue ersetzt werden …

Wer ist sparsamer?

Sparsamkeit ist eine Tugend und sie findet sich insbesondere bei Frauen – das glaubt knapp ein Drittel der Deutschen. Nur ein Fünftel (22%)  sieht hier die Männer vorne. Etwas weniger als die Hälfte (44%) sieht keinen Unterschied. Die Frauen haben in diesem Meinungsbild die Nase also etwas vorn. Spannend sind Unterschiede in den Einschätzungen der Geschlechter: 40% der Frauen schätzen sich selbst als sparsamer ein, aber nur 23% der Männer sehen es ebenso. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Postbank in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Emnid.

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Das Rollenbild ändert sich

Erstaunlich ist der Unterschied der Generationen: Von den über 60-Jährigen schätzen 40%  Frauen für besonders sparsam ein; bei den 30- bis 39-Jährigen glauben dies lediglich 22%.

Wie kommt das?  Die Gerontologin Prof. Ursula Lehr erläutert: „In den Aussagen der unterschiedlichen Altersgruppen spiegelt sich das sich wandelnde Rollenbild der Frau. Während Frauen früher in der Regel über kein eigenes Einkommen verfügten und mit dem vom Mann zugeteilten Haushaltsgeld auskommen mussten, verdienen sie heute häufig selbst und erfüllen sich mit ihrem Gehalt eigene Wünsche.“ Die Bilder ändern sich: von der sparsamen Hausfrau hin zur Businessfrau, die – so das neue Klischee – hundert Paar Schuhe im Regal hat.

Wer kann besser mit Geld umgehen?

Über ein Drittel der Deutschen sieht bei dieser Frage die Frauen vorne. Nur 13% der Deutschen trauen den Männern mehr zu – bei den Frauen sind es sogar nur knapp 6%.  Immerhin: Ungefähr die Hälfte sieht hier ein Gleichgewicht der Geschlechter.

Wer geht mehr Risiko?

Hier ist die Antwort eindeutig: die Männer – 60% der Deutschen glauben, dass Männer in Finanzdingen risikofreudiger sind als Frauen. Nur 9% halten Frauen für risikobereiter. 28% sehen keinen Unterschied. Einige Studien stützen diese Sichtweise. Ursula Lehr meint hingegen:  „Dabei zeigt die Praxis, dass Frauen in Geldangelegenheiten durchaus auch Risiken eingehen und dass ‚Zocken‘ nicht nur dem männlichen Geschlecht vorbehalten ist.“ Alles nur Klischees?

Quelle: www.postbank.de

© stokkete – Fotolia

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