Inflation vernichtet jährlich 13 Milliarden Euro (Welt-Online)

Presseschau — By on 23. April 2012 15:30

Welt-Online berichtet in einem lesenswerten Artikel: Fast 1,4 Billionen Euro lassen Anleger auf Tagesgeldkonten und Sparbüchern versauern. Angesichts niedriger Zinsen und anziehender Inflation verschenken sie damit Milliarden. Wir haben den Artikel für Sie zusammengefasst. Den gesamten Artikel finden Sie hier.

Die Deutsche Bundesbank hat es im Blick: Wie viel Geld liegt auf privaten Konten? Wie viel wird auf Sparbüchern gebunkert. Wie viel Geld wird in Sparbriefen angelegt? Und vor allem: welchen Zins erhalten sie?

Für Geld, das jederzeit verfügbar ist, gibt es durchschnittlich zurzeit gerade mal 0,88 % p.a. Manch einer mag denken: Besser als gar nichts.  Wichtig ist doch, denken viele Sparer, dass das Geld auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto sicher ist. Aber stimmt das?

Doch genau dies ist nämlich eine Illusion, schreibt die Welt-Online prägnant. Keine Frage, das Geld ist in ein paar Monaten oder Jahren noch da – „doch dann lässt sich mit ihm sehr viel weniger anfangen – denn zwischenzeitlich sind die Preise in Läden und an Tankstellen gestiegen, die Mieten haben sich erhöht.“

Zins gleicht Inflation nicht aus

Das ist der Punkt: Die Zinsen, die die Banken bieten, gleichen die Inflation nicht aus! Welt-Online konstatiert:

Bei den insgesamt knapp 1,4 Billionen Euro, die Sparer als Einlagen bei ihrer Bank geparkt haben, findet eine riesige Kapitalvernichtung statt.

Die Welt wollte es genau wissen und hat nachgerechnet. Das Ergebnis ist alarmierend! Der reale Wert der Ersparnisse privater Haushalte sinkt auf Jahressicht um 13,1 Milliarden Euro. Bei den Einlagen, die täglich fällig sind (das sind laut Bundesbank 758 Milliarden EUR) wird aus dem Zins von 0,88 %, wenn man die aktuelle Inflationsrate von 2,1 % abzieht, eine negative Rendite von 1,22 %.

Das führt zu einem Wertverlust dieser Einlagen von 9,3 Milliarden Euro. (Welt-Online)

Nur den Kunden, die willens sind, ihr Geld längerfristig zu binden, zahlen die Banken im Schnitt etwas mehr als die Inflation.

Schuldenkrise ist schuld

Wie kommt das? Die Ursache  ist – wie die Welt feststellt – natürlich die Schuldkrise in Europa und führt aus: „Um Staaten vor dem finanziellen Zusammenbruch zu bewahren, senkte die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen immer weiter, überflutete die Märkte mit billigem Geld.“

Können wir bald mit einem Ende diese Politik rechnen, fragt die Welt? Natürlich nicht. Im Gegenteil: „Die Renditen deutscher Bundesanleihen erreichten in dieser Woche wegen der zunehmenden Sorge um die Bonität Spaniens neue Rekordtiefs. Für zweijährige Staatsanleihen gibt es lediglich noch einen Zins von 0,14 Prozent; selbst wer sein Geld für zehn Jahre dem deutschen Staat leiht, erhält dafür nicht einmal mehr 1,7 Prozent.“

Denn wer dennoch an dieser Form der Geldanlage festhält, wird unweigerlich ärmer. (Welt-Online)

Die Welt zieht hier ein deutliches Zwischenfazit: Über Jahrzehnte wurde dem Sparer „eingetrichtert“, dass es bei den Banken und bei deutschen Staatsanleihen Renditen ohne Risiko gibt. Davon kann indes keine Rede mehr sein. Hier finden Sie den Artikel der Welt-Online.

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